Montag, 3. Oktober 2016

Glück durch Verzicht?

Schmerz in der Brust. Jetzt allein in der Wohnung und ich freunde mich mit der Situation an. Nicht rausgegangen, nicht mit zur Schwiegermutter, keine Lust auf nichts.

Likör ins Glas, Soundbase angeschmissen, schreibend der Schwere entkommen. Ich sein. Bloggen.

Doch wo sind die Themen?

John Strelecky. Mein neuer Mentor. Gute Wahl? Ich habe ihn noch nie gesehen, noch nie gesprochen. Seine Big Five for Life faszinieren mich. Doch ist seine Philosophie nicht zu amerikanisch? Alles ist machbar mit der richtigen Einstellung. Wenn überhaupt, gilt das nicht nur für psychisch Gesunde? Wenn die Krankheit Grenzen setzt, sind dann nicht Kompromisse gefragt? Wenn dein Innerstes dich am Boden hält, sind große Lebensziele dann nicht Utopie? Fragen ohne Antworten sind keine sinnvolle Art des Nachdenkens. Rainer, entscheide dich für den geträumten Weg des alles Machbaren oder für die deprimierende Realität des Scheiterns und an die Anpassung der Ziele an die scheinbaren Gegebenheiten.

Meine Lebensweg ist ein Beweis dafür, dass das Scheitern der Beginn von etwas neuem Guten sein kann. Aber er ist wohl auch ein Beweis dafür, dass die Big Five for Life nur die Richtung vorgeben. "Es kommt nicht darauf an, dass ein Ziel erreicht wird, sondern dass es sinnvoll ist".

Habe ich mich verannt? Habe ich Größenideen?

- Firma gründen?
- Neues erleben?
- Psychiatrieerfahrene stärken?
- Glauben leben?
- Tiefe Beziehungen leben?

Hirngespinste, die keine Ensprechung zu dem Menschen haben, der von der Schwere gefangen an seinem bequemen Sofa klebt. Wo ist das Leben, das zu diesen Zielen passt? Wo ist das notwendige Erleben dazu?

Die Lebensphilosophie der kleinen Leute, sich mit Wenigem zufrieden zu geben und sich an den kleinen Dingen zu freuen, ist in meinem Fall wo eher angebracht.

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