Freitag, 30. Dezember 2016

Vorsatz 2017: Sein lassen

Mich annehmen so wie ich bin
Mit meiner unterdrückten Wut
Mit Genervtsein und schlechter Laune
Mit Lustlosigkeit und Depression
Mit meiner Unsicherheit und Sprachlosigkeit in Gesellschaft
Mit meiner Bequemlichkeit
Mit meiner Unselbstständigkeit

Ich bin gut, weil ich so bin, wie ich bin

Ich werde 2017 nicht leichter leben
Aber ich kann lernen es sein zu lassen

Ich kann lernen gnädig zu mir zu sein
Trotz Leiden

Dienstag, 27. Dezember 2016

Für Karin

Danke für alles, was du für mich getan hast und tust.
Dein offenes Ohr
Dein Verständnis
Deine Bereitschaft mir Dinge abzunehmen
Danke für deine Liebe

Ich wünsche mir, dass auch ich
Dich stärke
Dir gut tue
Dich glücklich machen kann

Werde mich weiter bemühen
So gut ich kann

Dich lieben
So gut ich kann

Sei anderen Stütze und keine Last

Warum an der Schwäche festhalten? Warum immer wieder klagen? Warum nicht männlich weich sein, statt kindlich klein?
Immer wieder bin ich gefangen in meinen inneren Kämpfen und vermutlich wird das auch so bleiben, aber wie begegne ich Ihnen? Ich suche mir Menschen, die Verständnis haben, die mir ihr Ohr schenken, die mir Mut machen wollen. Entschuldigen tue ich das damit, dass ich ein moderner Mann bin, der Schwäche und Fehler zeigen kann. Aber bin ich das wirklich? Ist diese Weichheit nicht nur versteckte Mutlosigkeit? Ist sie nicht nur eine Verschleierung unreifer Angst? Es kann gut so sein.

Aber, wenn es so wäre, was wäre die Konsequenz? Habe ich mit 55 Jahren noch die Möglichkeit solche tief sitzenden Strukturen zu ändern? Trotz innerer Zerrissenheit eine innere Stärke des Umgangs damit zu finden? So, dass ich mich nicht klein machen muss?

Fragen über Fragen. Eine schlechte Art des Philosophierens nur Fragen ohne Antworten in den Raum zu stellen. Also, was sind die Antworten?

Die erste Antwort heißt Mut ein Ziel zu definieren, ohne es gleich wieder einzuschränken mit "das kann ich sowieso nicht". Die zweite Antwort heißt Selbstdisziplin. Wenn mir das genannte Thema wichtig ist, dann habe ich die Pflicht vor mir selbst an diesem Thema dran zu bleiben, durchzuhalten und es nicht wieder gleich zu vergessen oder umzuschmeissen, wenn es schwierig wird.

Was wären also, die Vorgaben, die mir meine innere Instanz macht:

Rainer, du wirst deine inneren Kämpfe nicht verlieren. Es werden wieder Zeiten kommen, wo du unter Schwermut, Lustlosigkeit und Langeweile zu leiden hast. Wo die Leere jede Freude, jedes Interesse, jede Aktivität unmöglich macht. Dann lass es zu. Deine Erfahrung zeigt doch, dass es inzwischen wenig braucht, damit es dir wieder besser geht. Ein gutes Gespräch, eine erfolgreiche Arbeitsgruppe oder ein erfolgreicher Vortrag und das Leiden verschwindet.

Langfristig gesehen,  solltest du aus dir selbst heraus Lösungen finden, aber bis dahin musst du dich mit den Impulsen von außen begnügen.

Einfach nicht zufrieden geben mit dem Status Quo. Dran bleiben zu lernen, dich zu mögen. Nicht nur in starken und erfolgreichen Momenten, sondern gerade dann, wenn Zweifel und Depression nach dir greifen. Du bist ein wertvoller Mensch aus dir selbst heraus, mit all deinen Mängeln und Schwächen. Steh dazu und suche dir nicht jedesmal Menschen, denen du dein Leid klagen kannst. Sei dir selbst dein Helfer.

Werde selbstständig und autonom - und das bedeutet viel mehr als nur putzen und Wäsche waschen, das sind nur Symptome.

Unabhängigkeit zeigt sich vor allem darin, inwieweit ich es schaffe aus mir selbst heraus schlechte Gefühle auszuhalten und zu überwinden. Nicht, dass ich die Menschen nicht mehr brauche. Aber mein Bestreben muss es sein, andere Menschen zu unterstützen und nicht noch mehr zu belasten.

Du hast Gott, Jesus und den Heiligen Geist - das sollte genügen.

"Sei anderen eine Stütze und keine Last.
Gebe endlich das zurück, was du dein ganzes bisheriges Leben von anderen bekommen hast.
Kämpfe deine Kämpfe mit dir selbst und verteile nicht dein Leid auf fremde Schultern. Aber sei zugleich nicht zu hart zu dir, sondern habe Verständnis für dich."

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Rainer allein zuhaus - weihnachtlich?

Rainer allein zuhaus
Tipp: mache jeden Tag etwas, das du noch nie gemacht hast
YouTube auf den Fernseher gestreamt
Interview mit Erich From angeschaut
Jetzt geschmeidige Saxophonemusik über die Soundbar geschaltet.
Lichterbogen und Lichterkette angemacht
Eigene Atmosphäre erzeugt
Sicher: die Ausnahme erzeugt das Maximum an Reiz
Aber heute wird das Wohnzimmer zum kleinen Teil mein Wohnzimmer
Jetzt noch eine eiskalte Cola light

Und wo bleibt Weihnachten?
Heute ist der 22.12.16
Übermorgen ist Weihnachten
Kann ich Weihnachten herbeizwingen?
Wie kann mich die frohe Botschaft erreichen?
Ist sie das schon?
Ohne christlichen Gedanken
Ohne Beschwörung von Liebe und Christus
Einfach Ruhe
Einfach Frieden
Der Versuch dem latenten Kampf zu entgehen
Wissend um den Schmerz
Wissend um die verdrängte Wahrheit
Einfach sein
Keine Glücksgefühle und Euphorie
Friedlich ruhend in mir

Der Schlüssel dreht sich im Schloss
Programmwechsel
Nicht schlechter
Nur anders

Weihnachten zu zweit?

Sonntag, 18. Dezember 2016

Interessenvertreter gesucht

Warum gehen so wenige einen ähnlichen Weg wie ich? Es gibt so viele Psychiatrieerfahrene und so wenige sind bereit, sich dafür einzusetzen, dass die Behandlung und die Begleitung in der Psychiatrie besser wird. Ich meine dabei nicht die Psychiatrieerfahrenen, die psychisch erkrankte Menschen konkret unterstützen, sondern die, die die Verhältnisse ändern könnten.

Sicher es gibt Hindernisse, die erschweren die politische Arbeit. Es braucht einen langen Atem, es darf einem nichts ausmachen zu diskutieren, auch wenn es zu keinem merkbaren Ergebnis kommt. Es ist am Anfang nicht einfach, sich in der Fachwelt der Profis zurecht zu finden. Das beginnt mit der Sprache und endet bei den Abkürzungen.

Und dann vermutlich der wichtigste Grund: entweder man/frau ist finanziell unabhängig oder man/frau hat sich mit Grundsicherung, Hartz IV oder einer kleinen Rente abgefunden. Die Termine der Treffen sind in der Regel tagsüber und es ist für die Berufstätigen viel verlangt, ja teilweise nicht machbar, dass diese jedes Mal einen Urlaubstag opfern. Solange hier keine Lösung gefunden wird, bleibt die politische Arbeit nur wenigen, interessierten Psychiatrieerfahrenen vorbehalten.

Brief an Gott (Nr. 2): So hat uns Jesus nicht gelehrt.

Lieber Gott,

es ist Sonntag, eine Woche vor Weihnachten. Der Tag an dem du uns deinen Sohn geschickt hast. Er brauchte Neues in die Welt - eine Revolution. Die Schwachen wurden zu den Starken. Die Kranken das Interesse eines Glaubens. Das Gebot der Nächstenliebe kam in die Welt. Die Liebe stand nun im Mittelpunkt und nicht Macht, Reichtum und Erfolg. Die Bedeutung der irdischen Güter relativierte sich. Ein Leben in Liebe mit dir wurde der Sinn. Und dass unsere Körper den Tod besiegen könne. Eine Revolution.

Ach lieber Gott. Es gebe so viel zu Bedenken und zu erkunden: den Reichtum des eigenen Geistes, den Zweck der eigenen Existenz umzusetzen.

Und was tue ich? Mich der Schwere hingeben. Die freie Zeit beklagen.

Wie sagte Iris? Sie habe gelernt mit guten Gefühlen im Nichtstun zu verharren und einfach zu warten, bis neue Impulse entstehen. Sie ist Atheistin. Ich würde sagen, in guter Hoffnung warten, bis du dich mir wieder zuwendest. Bis du neue Kraft und neue Ideen wieder in mir erwachen lässt. Bis dahin ruhig und dankbar sein. Dass ich körperlich gesund bin. Dass ich eine Frau habe, die mich liebt. Dass ich Menschen habe, die mir gut tun. Aber ich hadere und beklage. So hat uns Jesus nicht gelehrt.

Ich will innerlich aufstehen. Ich will das Bunte in mir entdecken, das auch existiert, wenn von außen keine Anregungen kommen.

Bitte, lieber Gott, hilf mir dabei.

Weihnachten. Wie geht das?

Weihnachtszeit
Keinen Sinn fürs Nichtstun
Zweifel an meinem Fachwissen
Keine Lust zu lesen
Liege auf dem Sofa
Meine Gedanken kreisen
Was tun?
Keinen Antrieb
Leere im Kopf
Keine Kraft für
Ein Telefonat
Eine Verabredung
Ein Gespräch
Tick, tick, tick
Höre ich die Wohnzimmeruhr
Zäh schleppen sich die Sekunden voran
Wertvolle Lebenszeit vergeht
Wo ist meine Kreativität geblieben?
Mein Tatendrang?
Schwer und Leer
Und trüben Sinnes

Jammerlyrik
Wie in alten Zeiten

Mir gegenüber sitzt Karin
Liest
Zeitung, Werbeprospekte, Regenbogenpresse
Stundenlang
Jeden Abend
Wo nimmt sie diese Ausdauer her?
Das stetige Interesse?
Die Ruhe?

Weihnachten
Zeit der Besinnung
Zeit der inneren Einkehr
Aber wie geht das?

Freitag, 16. Dezember 2016

Alltagsgrau

Du nimmst dir mal die Zeit zum Nichtstun. Hörst die traurig-schöne Musik von Blackmore's Night. Und plötzlich drängt sich der Gedanke wieder auf. Ist das alles? Sicher, die Arbeit gibt dir vieles. Wie ist es zu bewerten, wenn deine Psychosen die Highlights deines Lebens sind; die einzigen Ausbrüche, die du dir gestattet hast. Ansonsten brav und geordnet durchs Leben gegangen. Aber da ist auch kein großer Drang das oder das zu tun. Gut in neblige Watte gepackt oder tatsächlich alle Bedürfnisse befriedigt? Da ist eine liebe Frau mit der du zusammen wohnst. Da ist deine Arbeit, die dich erfüllt und da sind ein paar Menschen, die dir nahe stehen. Also, was willst du überhaupt? Du bist ein undankbarer Mensch. Du denkst die Unzufriedenheit mit aller Gewalt herbei, damit du dich wieder an der Grenze spürst. Akzeptiere das Alltagsgrau und freue dich an den kleinen Dingen und du wirst Ruhe finden und dich nicht halbherzig nach dem Außergewöhnlichen sehnen.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Buch (wird fortgeschrieben)

Ich habe schon mehrfach damit begonnen ein Buch zu schreiben. Über 7-8 Seiten bin ich nie hinausgekommen. Um meine Geschichte aufzuschreiben habe ich ein zu schlechtes Gedächtnis und so spannend ist mein Leben auch wieder nicht. Also über meine Arbeit? Wo kenne ich mich denn so gut aus, dass es für ein ganzes Buch ausreichen würde. Würde es nicht nur eine Aufzählung von Vereinen und Ämtern werden? Und was für eine Botschaft habe ich? Was wollte ich mit einem Buch dem Leser vermitteln?

Dass das Leben schön ist? - wenn die Krise vorbei ist. Das Optimismus gesünder macht? - wenn man finanziell keine Nöte hat. Das Vertrauen die Grundlage aller Beziehungen ist? - wenn man das Glück hat ein gutes Elternhaus gehabt zu haben.

Ich hätte Lust, den Menschen Mut zu machen. Mein Leben ist schon ein Beweis dafür, dass alles gut werden kann - bis jetzt wenigstens. Dass man aus der Katastrophe, aus der psychischen Qual entkommen kann. Wenn man/frau Glück hat oder wenn man/frau das Richtige tut - oder wenn man/frau Gnade von Gott bekommt?

Zwischen amerikanischen "alles ist möglich" und europäischen "alles ist schlecht" liegt wohl die Wahrheit.

Ich war in einem tiefen Wahn gefangen - dauerte mit Unterbrechungen 4 Monate auf der Geschlossenen. 1981. Dann 4 Jahre in tiefer Depression - oder sagen wir mal, mir hats gerreicht. Schon das Heim besichtigt, weil alle die Hoffnung aufgegeben hatten - außer Mutter.

Und dann mit vielen Psychosen dazwischen, Schrittchen für Schrittchen, zurück ins Leben. Nicht geradlinig. Mit Rückfällen und Rückschritten. Aber im Rückblick doch zielorientiert und hartnäckig. Nie wirklich aufgegeben. Sicher hatte ich Glück, dass da immer Menschen waren, die zu mir gehalten haben, die mich unterstützten. Meine Elterm, meine Partnerinnen und mit Einschränkungen auch meine Freunde. War das Glück? Oder habe ich etwas dazu getan, dass ich Helfer hatte? Und da waren ja auch noch die professionellen Helfer. Dr. Klaus O., Dr. Susanne O. oder Dipl.-Psych. Jochen L..

Nach und nach wurde aus meiner Schizophrenie immer mehr eine bipolare Störung - mit einer Prise Schizophrenie, wie meine derzeitige Psychiaterin Frau Ronge so nett sagt.

Samstag, 10. Dezember 2016

Hallo du Verirrter und übrigens Frohe Weihnachten

Hallo Du, der gerade in meinem Blog liest,

ich freue mich, dass du dich hierher verirrt hast. Im Wesentlichen schreibe ich die Texte hier für mich, aber meine Freude über dein Hiersein zeigt, dass ich mir da vielleicht etwas vormache. Denn ich könnte das alles ja auch in mein Tagebuch schreiben. Aber auf jeden Fall werde ich den Blog weiter schreiben, auch wenn mir mal eine zeitlang nichts einfällt.

Ich weiß ja nicht, ob du unter den Texten etwas gefunden hast, was dir gefällt, aber schreib doch an hoeflacher61@gmail.com, wenn du mal Lust hast, dich mit mir persönlich auszutauschen. Freue mich über jeden neuen Kontakt, wenn er respektvoll ist.

Auf jeden Fall wünsche ich dir Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr 2017. Lass es dir gut gehen und feier schön. Vielleicht gelingt es dir sogar zu etwas Besinnung zu finden. Ob du dir aus dem christlichen Glauben etwas machst, weiß ich nicht, aber Weihnachten ist die optimale Zeit dafür Zugang (wieder) zu finden. Allerdings darfst du dich nicht von Industrie und Handel einfangen lassen und bei der Jagd nach dem größten und teuersten Geschenk mitmachen. Dann wird das zum Materiellen, was geistig und spirituell sein sollte. Vor allem im fortgeschrittenen Alter kommt es darauf an, was du dir beim Schenken gedacht hast und nicht, wie teuer das Geschenk ist. Aber das weißt du sicherlich alles selbst und ich sollte nicht so altklug daher schreiben.

Wünsch dir was und schau mal wieder vorbei.

Rainer