Mittwoch, 19. April 2017

Heile Welt

Eigentlich unglaublich

Hier Folter, Brutalität, Mord
Menschenhandel
Frauen werden gequält und vergewaltigt
Kinder dazu gezwungen ihre Eltern zu töten
Unvorstellbare Grausamkeiten

Die Guten sind kaum geschützt

Hier die heile Welt der kleinen Rädchen
Ein schöner Urlaub
Dicke Bäucher
Schöne Musik, schöne Bilder
Kleine luxuriöse Fluchten

Aufrichtig herzliche Begegnungen
Der irre Wunsch anständig zu bleiben
Das unerklärliche Festhalten an der Moral
In Wahrheit nur Ausdruck von Angst?

Unvorstellbarer Reichtum
Unter sich
Unvorstellbare Armut
Unter sich

Nur die Machtlosen können sich die Liebe leisten
Solange sie die Mächtigen gewähren lassen

Volle Tische, volle Bäuche
Nebenan
Hunger, Durst und Krankheit
Nachbarschaft heißt Stacheldraht
Und schnell Rechtfertigungen parat
Oder Rückzug in die Gleichgültigkeit

Die Gnade der glücklichen Geburt
Sensible Menschen verzweifeln
Geben lieber ihr Leben auf
Als Teil dieses Wahnsinns zu bleiben

Eigentlich unglaublich

Donauschifffahrt 3. Tag

Lesen. Schreiben. Musikhören. Seit 4 Uhr. Heute geht es nach Budapest. Der Tag beginnt in guter Laune, wenn auch wieder mal mit Schlafdefizit. Dann um 7 an die Bar. Kaffeetrinken, Nachzügler-Postkarten schreiben. Die Donau vorbeifließen lassen. Mal sehen was heute der Tag so bringt. Karin schläft noch. Wir treffen uns 8:30 Uhr zum Frühstück. Würde gerne schlaue Sachen schreiben. Leider ist mein Kopf leer.

Donauschifffahrt 2. Tag

Es ist schon sehr edel auf diesem Schiff.
Leider fühle ich mich nicht so sehr fit. Ich bin total verschleimt in der Nase und vor allem meine Bronchitis macht mir Probleme. Manchmal geht es, aber manchmal rasselt meine Lunge total und ich muss heftig husten. Dazu kommt, dass ich immer wieder sehr erschöpft bin. Heute nach dem Frühstück musste ich mich unbedingt nochmal hinlegen und ich habe glaube ich sogar geschlafen.

Trotz stürmischen Regens sind wir mit der Straßenbahn in die Innenstadt von Wien gefahren. Immerhin ein kleiner Eindruck.

Dann wieder auf dem Schiff bei üppiger Völlerei - all inklusive. Postkartenschreiben an der Bar. Champignonsleague am Abend. Die Highlights sind Frühstück, Mittagessen und Abendessen - wie in der Psychiatrie. Kein Biking. Keine Stadtrundfahrt.

Was soll die Selbstanklage? Genieße dein Sosein. Bereuen ist sinnlos. Getan ist getan. Nicht getan ist nicht getan. Was soll die Selbstquälerei?

Wie war das? Schluss mit der defizitären Sicht! Neue Wege gehen hin zur Zufriedenheit. Schwierig Jahrzehnte aufzugeben. Der Verzicht auf Klagen hinterlässt ein Vakuum.

Dienstag, 18. April 2017

Donauschifffahrt 1. Tag

Relativ problemlos sind wir um 5 aufgestanden. Wir haben beide relativ zügig unsere restlichen Sachen zusammengepackt und waren 6:30 Uhr am Bahnhof Teningen. Der Zug kam pünktlich und alles schien seinen guten Gang zu gehen.
Als dann allerdings die Nachricht kam, dass unser Anschlusszug 40 Minuten Verspätung hat, kamen wir kurz in Panik, weil wir nicht wußten was die beste Alternativverbindung ist. Wir standen schon auf dem Bahnsteig, als wir doch wieder in den Zug stiegen und nach Offenburg weiterfuhren. Dort hatten wir 1 h Aufenthalt. Jetzt sitzen wir im IC nach Nürnberg und sind wieder ruhiger. Wenn wir unseren Anschluss bekommen, sind wir immer noch rechtzeitig in Passau.
Zuerst wurde ich ziemlich müde und konnte kaum die Augen offen halten. Jetzt bin ich fit und Karin schläft. Typisch antizyklisch - wie so oft.

Montag, 17. April 2017

Mit Lungenrasseln und Hysterie zur Donauschifffahrt

Ich hatte mir ja vorgenommen nicht mehr zu klagen und liebevoll mit mir selbst umzugehen. Trotzdem liegt mir daran, es mitzuteilen, wenn es mir schlecht geht. Also versuche ich einen Mittelweg und versuche möglichst sachlich zu bleiben und nicht pathetisch meinen Zustand zu überzeichnen:

Mir geht's schlecht. Seit etlichen Tagen habe ich es auf der Lunge. In den letzten 2 Tagen ist es schlimmer geworden. Inzwischen rasselt meine Lunge bei jedem Atemzug, den ich tiefer mache. Wenn ich beschäftigt bin, atme ich flach und es fällt mir kaum auf. Wenn ich aber tief atme oder im Bett liegt wird es fast zu einem Röcheln. Das führt dazu, dass ich Angst bekomme und eine Art Hysterie bei mir ausbricht. Und zu guter Letzt verreisen Karin und ich morgen.

Wir machen unseren bisher größten Urlaub. Wir fahren mit dem Zug nach Passau und von da über Wien nach Bratislava und weiter nach Budapest - und dann wieder zurück. Meine unbewussten Ängst vor dieser Reise kommen noch erschwerend dazu. Es ist bei mir immer schon so, dass ich große Ereignisse im Vorfeld nicht verarbeite und sie ohne spürbare Angst auf mich zukommen lassen. Dann aber plötzlich wenn sie da sind, dann wehrt sich meine Seele und ich werde psychisch - und jetzt auch noch körperlich - krank.

Nicht umsonst bin ich vor dem Abitur psychotisch geworden und auch zweimal vor der Abschlussprüfung zum staatliche geprüften Informatiker. Ich habe mich bisher gedanklich auch noch kaum mit unserer großen Reise auseinandergesetzt.

Diese Art und Weise, wie ich mit Life Events umgehe ist schädlich und ich muss da was ändern. Aber heute ist es zu spät. Heute muss ich erst einmal mit den Auswirkungen klar kommen.

Ich bin vorher verzweifelt in der Wohnung auf uns ab gerannt und wusste mir nicht mehr zu helfen. Dann hatte ich die Idee Karins Freundin, die auch Karin heißt anzurufen. Die will mir ihr selbst gemachtes pflanzliches Antibiotika geben. Zuerst hatte ich Bedenken, aber dann habe ich mich entschlossen um 14 Uhr zu ihr zu fahren und mich von ihr behandeln zu lassen. Und endlich habe ich es dann auch geschafft zu duschen und mich zu richten. Auch das hat etwas beruhigt. Aber vor allem das Schreiben jetzt lenkt mich gut ab und ich kann ruhig bleiben.

Es war auch sträflich, dass ich jetzt den 3. Tag in der Wohnung bin. Außer einem Gang an die Mülltonne, war ich überhaupt nicht draußen und habe die Stunden in unserer dunklen Wohnung verbracht. Auch das hat dazu geführt, dass ich mich in alles immer mehr hineingesteigert habe und sogar überlegt habe in die Notfallambulanz des Kreiskrankenhauses zu gehen. Allerdings habe ich mich jetzt für Karin B. entschieden. Ich möchte den Urlaub morgen auf keinen Fall gefährden.

Ich hatte dann vorsorglich auch eine Tavor genommen, was eher dazu geführt hat, dass sich wieder eine nervöser Zustand angemeldet hat - auch eine Problem unter dem ich jetzt schon seit einem Jahr leide. Ein Zustand der mich stark bis komplett blockiert und den ich als sehr quälend empfinde. Gott sei Dank ist es heute nicht zum Endstadium gekommen, da ich mich ablenken konnte.

Spirituell gesehen, könnte es sein, dass sich alles in mir gegen die Entwicklung wehrt, die sich seit längerer Zeit abzeichnet. Immer wieder werde ich damit konfrontiert, dass ich meine Leben ändern will. Das begann mit meiner Kündigung vom Landesverband Psychiatrieerfahrener BW, mit dem ich viel vertrautes und lieb gewonnenes hinter mir lassen musste. Der Streit mit Gabriele hatte solche Ausmaße angenommen, dass ich mich zurückziehen musste. Seitdem bin ich auf der Suche nach eine beruflichen Heimat.

Aber parallel dazu habe ich immer mehr hinterfragt, was für mich wirklich wesentlich ist und inwiefern ich mich als Person weiterentwickelt habe, trotz aller Erfolge, die ich erreicht hatte. Denn bis 2015 war ich derselbe, wie ich 1999 mit meinem Engagement begonnen hatte. Vielleicht nicht mehr so ganz ehrgeizig und vorsichtiger geworden, was meine Risikobereitschaft anbelangt - und auch mit weniger Energie ausgestattet, aber meine Lebensenergie und meinen Lebenssinn bezog ich nach wie vor über meine Arbeit für andere Psychiatrieerfahrene, auch wenn ich nicht direkt als Genesungsbegleiter arbeite.

Noch etwas absurder gedacht, könnte das Böse versuchen zu verhindert, dass ich weiter auf dem guten Weg vorankomme. Es werden mir Knüppel in den Weg gelegt an denen ich scheitern soll. Nicht nur Krankheit, sondern auch Zweifel und Depressionen.

Aber ich will diesen Weg weitergehen, auch wenn ich manchmal beinahe nicht mehr weiter weiß, vor Missempfindungen. Irgendwann kommt wieder eine bessere Stunde und ich kann stolz darauf sein, dass ich die Leiden durchgestanden habe, um nicht zuletzt wieder einen Schritt weiter gemacht zu haben. Hin zu meinem Ziel mit mir selbst ins Reine zu kommen und der Liebesfähigkeit für mich und die Anderen näher gekommen zu sein. Und das ist es, auf was es ankommt.

Stationen der Arbeit


  1. Schule (1968-1982)
  2. Ausbildung (1982-1988)
  3. Normales Berufsleben (1988-1992)
  4. Rehabilitationszentrum Rudolf-Sophien-Stift (1994-1995)
  5. IPE Stuttgart (1999-2011)
  6. Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart (1999-2005)
  7. Offene Herberge (2000-2011)
  8. Landesverband Psychiatrieerfahrener BW (2002-2015)
  9. EX-IN (2008-heute)
  10. Selbsthilfe mit Köpfchen (2012-heute)
  11. Außerstationäre Krisenbegleitung (ASK) (2012-2016)
  12. Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg (2015-2016)
  13. EX-IN Baden-Württemberg (2016-heute)
  14. Sozialpsychiatrischer Dienst Freiburg (2016-heute)
  15. Bundesnetzwerk Selbsthilfe sselische Gesundheit (NetzG) (2016-2017)
Minijobs
Wein-Handelsagentur Holzwarth (1997, 4 Monate)
1. Landespsychiatrietag (2006, 6 Monate)
Landesverband Psychiatrie-Erfahrener BW (2010, 5 Jahre)
Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg (2015, 1 Jahr)
Sozialpsychiatrischer Dienst Freiburg (2016, bis heute)

Die 5 Phasen meines Lebens


  1. Normale Kindheit und Jugend (bis 1981)
  2. Leidenszeit (bis 1999)
  3. Zeit des Engagements (bis 2009)
  4. Ehe: Endlich dich gefunden, Karin (2009 bis heute)
    a) Machtkampf (bis 2011)
    b) Wende und Genießen (von 2011 bis 2017)
    c) Liebe UND Freundschaft (ab 2017)
  5. Auf der Suche nach mir selbst (ab 2017)

Sonntag, 16. April 2017

Kontakt. Danke dafür.

Schaue einen Film mit jenseitigem Inhalt an. Plötzlich erlebe ich das typische Frösteln und weiß, ich habe Kontakt. Ihr seid da. Ich gebt mir Botschaften und Hilfestellungen. Beantwortet mir meine Fragen. Nicht aus der Ferne, sondern ganz nah. Ich bitte euch, bleibt bei mir. Geht nicht wieder weg. Es ist so schön, wenn ihr mir nahe seid. Aber ich weiß, der Zustand wird nicht lange dauern. Ihr werdet mich wieder verlassen, nachdem ihr mir einen weiteren Schritt gezeigt habt. Und ich werde die Begegnung, wie die vielen anderen, bald wieder vergessen haben. Aber mein Bewusstsein vergisst sie nicht. Ich bin so froh, dass es euch gibt und dass ihr mir auch im Alltag zur Seite steht, wenn ich es will, wenn ich es brauche. Kommt ihr von außen oder von innen aus meinem Herzen? Seid ihr von mir selbst gemacht oder existiert ihr irgendwo wirklich? Aber ist das so wichtig? Ihr seid da, das ist wichtig. Danke für eure Hilfe!

Eigene Sinnsprüche


  1. Wer nie für etwas gebrennt hat, ist zu bedauern.
  2. Strebe nicht, sondern sei.
  3. Fäuste zu Händen. Steine zu Herzen.

Recovery - kurz und bündig

Seit etlichen Jahren begegne ich immer wieder dem Begriff Recovery. Habe sogar etwas darüber gelesen, was ja untypisch für mich ist. Was ist das also, dieses Recovery? 

«Recovery ist ein zutiefst persönlicher, einzigartiger Veränderungsprozess der Haltung, Werte, Gefühle, Ziele, Fertigkeiten und Rollen. Es ist ein Weg, um trotz der durch die psychische Krankheit verursachten Einschränkungen ein befriedigendes, hoffnungsvolles und konstruktives Leben zu leben. Recovery beinhaltet die Entwicklung eines neuen Sinns und einer neuen Aufgabe im Leben, während man gleichzeitig über die katastrophalen Auswirkungen von psychischer Krankheit hinauswächst.»
William Anthony (1993)

«Der Begriff „Recovery“ lässt sich hier in etwa mit „Genesung“, „Wiedererstarken“ oder „Gesundung“ übersetzen. Bei diesem sehr individuellen Prozess verändern sich die eigenen Vorstellungen, Haltungen, Emotionen und Lebensziele. Jeder Mensch mit einer psychischen Belastung hat unabhängig von deren Schwere die Chance auf ein gutes und zufriedenes Leben, selbst wenn manche Symptome andauern sollten. Der Erhalt von Hoffnung und Sinn ist dabei besonders wirksam. Alle Menschen mit Erfahrungen mit schweren seelischen Erschütterungen haben grundsätzlich das Potential zur Genesung. Diese Erfahrungen sind ein Schatz, den es zu würdigen gilt.»
Rainer Höflacher (2017)

Hatte im Netz nach der Definition von Recovery von Anthony gesucht und bin auf dieses Buch gestoßen, dass sogar komplett digital vorliegt. Also wer wissen möchte, was Recovery ist, der schaue mal den Link Pflege in der Psychiatrie - Recovery an. Wer das liest, der weiß theoretisch was Recovery ist.

Aber was habe ich aus eigener Erfahrung zu Recovery zu sagen? Eigentlich nur, dass die Beschäftigung damit mir sehr geholfen hat hoffnungsvoll und zuversichtlich zu bleiben oder wieder zu werden, wenn ich mal wieder schlecht drauf war. Ich kann Recovery nur formelhaft beschreiben, was ich im Folgenden versuchen will:
  • Hoffnung und Sinn sind zu erhalten. Ohne sie ist die Bewältigung psychischer Probleme schwierig.
  • Es kommt nicht darauf an symptomfrei zu werden, sondern ein gutes Leben zu führen, trotz anhaltender Symptome.
  • Nicht die Behandlung ist das Entscheidende, sondern die Befindlichkeit.
  • Recovery ist eine innere Haltung und kann nicht verordnet werden. 
  • Recovery ist ein lebenslanger Prozess, der auch Stillstand und Rückschritt beinhaltet. Aber wer nicht aufgibt, kann meines Erachtens sicher sein, dass es auf Dauer aufwärts geht.
  • Jeder Recoveryweg ist einzigartig. Es gibt nur Leitregeln dafür. Wie diese umgesetzt werden bleibt jedem selbst überlassen. Jeder muss seine eigenen Lebensprioritäten setzen.
  • Recovery wurde von Betroffenen für Betroffene gemacht. Auch deswegen ist es überzeugend.
Soviel aus meiner Sicht zum Thema Recovery


Achtung! Plaudern...

Heute ist also Ostermontag - ein Tag nach der Entscheidung für Zuversicht und Optimismus.
Ein bisschen mulmig ist es mir schon, ob ich den Vorsatz nicht mehr über meine Zustände zu klagen durchhalten kann. Ein großes Ziel muss ich sagen.
Elke meinte, wer das schafft ist kein Mensch mehr. Das wäre schon für Gesunde ein zu hoher Anspruch. Egal, ich werde es einfach versuchen und dran bleiben. Habe das Gedicht "Ostersonntag" ausgedruckt und über mein Bett gehängt. Man wird sehen....

Übrigens ist mir gestern etwas Komisches passiert., Ich dachte, ob es nicht möglich sei, diesen Block komplett in ein PDF umzuwandeln. Also macht ich mich mit Google auf die Suche. Ich merkte, dass das gar nicht so einfach ist. Aber dann bin ich auf die Website BlogBooker gestoßen. Ohne zu zahlen kann man dort aber nur 1 Jahr zurückliegende Beiträge umwandeln. Also schaute ich, wann ich meinen Blog begonnen hatte. Und ganz überraschend sah ich, dass ich meinen Block exakt ein Jahr zuvor, also im Mai 2016 begonnen hatte. Komisch, dass ich gerade jetzt nach dieser Funktion gesucht hatte. Wie wenn es eine innere Uhr diesen Wunsch bei mir ausgelöst hätte. Es gibt im Leben immer wieder erstaunliche Vorfälle, die nicht zu erklären sind.
Das Tool BlogBooker macht übrigens ein super Buch aus dem Blog. Mit schönem verlinkten Inhaltsverzeichnis und schönen Überschriften für jeden Eintrag. Jetzt kann ich also meine Beiträge komplett an jemand als PDF verschicken, wenn sich jemand dafür interessieren sollte, was ich bezweifle.

Und dann ist mir noch was Peinliches passiert! Ich habe vielen Leuten gesagt, wie würden morgen von Passau nach Wien mit dem Schiff fahren. Ich habe mir über die Geografie keine Gedanken gemacht und hatte gar keine Ahnung wie die Donau fließt. Jetzt wurde mir klar, dass wir bist Budapest fahren und dass das in Ungarn liegt. Zuvor kommen wir in Bratislava vorbei in Slowenien. Da zeigt es sich wieder, dass ich von der Welt keine Ahnung habe. Es ist eigentlich eigenartig, dass ich da so gut wie keine Wissen habe. Ich kann mir einfach nicht merken, wo die ganzen Städte und Länder liegen. Peinlich, peinlich, peinlich. Wie sagte Christine immer: "Und so was hat Abitur".

Jetzt ist es also morgen so weit. Der große Event steht an. Wie immer habe ich auf Vorfreude verzichtet und die Sache einfach auf mich zukommen lassen. Muss heute unbedingt noch lesen, was da auf mich zukommt. Karin hat akribisch alle Infos ausgedruckt und in einem Ordner abgeheftet. Auch sinst hat sie sich im Wesentlichen um das Ganze gekümmert. Auch ausgesucht und gebucht. Ich freue mich für Karin, dass sie mal was Besonderes erleben darf. Ich selbst bin da eher leidenschaftslos. Kann es sein, dass meine Krankheit bzw. die Medikamente dazu führen, dass ich so eine eingeschränkte Erlebnisfähigkeit habe? Ganz selten freue ich mich mal richtig auf etwas oder über etwas. Aber ich habe gelernt mit diesen kleine Gefühlsausschlägen zu leben.

Bin mir unsicher, was ich alles mitnehmen soll. Tablet, Kamera und Smartphone sind gesetzt. Aber das Ultrabook? Eigentlich blöd in einen Urlaub die ganze mobile digitale Ausstattung mitzunehmen. Das sollte doch eine Zeit sein, in der man ausspannt und alles Alltägliche hinter sich lässt. Aber für mich ist der Umgang mit Smartphone und Co. eine Krücke, meiner Langeweile zu entgehen. Traurig, aber wahr.

Sonst gibt es eigentlich nichts mehr zu berichten. Schon weder gehen mir die Gedanken aus. Sollte ich mal einen fachlichen Beitrag bloggen? Zum Beispiel über Recovery? Ganz gute Idee, oder?


Ostersonntag 2017: Der erste Tag meines neuen Lebens

Ostersonntag, den 16.4.2017

Heute ist der erste Tag meines neuen Lebens
Verbannen will ich die Sucht nach dem Klagen
Beenden will ich das Jammern über den Schmerz

Suchen will ich die Liebe in meinem Herzen
Für mich
Für andere

Ganz fest diesen Gedanken in mir verankern
Dass er mir hilft, wenn das tiefe Dunkel droht

Finden will ich die Liebe in meinem Herzen
Damit mein Leben Licht wird
Damit es den Menschen hell wird

Nie mehr vergessen will ich diesen Vorsatz
Ich bin mir sicher, dass das hilft
Ich glaube fest daran, dass mir das gelingt

Wenn mir Gott beisteht
Wenn Jesus mit mir spricht

Liebe im Herzen suchen - nicht das Leid!

Es ist heute Ostersonntag 14:00 Uhr. Ich habe mich bis jetzt von Stunde zu Stunde gequält. Seit 2 Tagen nicht gewaschen, nicht aus dem Haus gewesen und kaum eine Beschäftigung gefunden. Jetzt sitze ich also hier und schreibe in meinem Blog.
Ich bin gespalten. Einerseits ist es mir peinlich, dass ich in aller Öffentlichkeit solch private Gedanken zum Besten gebe, aber andererseits motiviert es mich, dass ich das Ganze nicht für mich alleine machen, sondern dass der jemand vielleicht sich doch die Mühe macht, meine Schrieben zu verfolgen - was mich ehrlich gesagt verwundern würde. Trotzdem, die Möglichkeit besteht.
Wo waren wir in meinem letzten Eintrag stehen geblieben? Ah ja, beim Selbstmitgefühl.
Das ist ein für mich neuer Begriff, dem ich bei meiner jüngsten Beschäftigung mit Recovery begegnet bin. Ferdinand hat mich auf die Website von Andreas Knuf aufmerksam gemacht, wo dazu eine kurzer Text steht. Ich war ganz begeistert, von diesem Ansatz. Nämlich nicht dass das Selbstwertgefühl das Ziel aller therapeutischer Bemühungen sein sollte, sondern der mitfühlende und achtsame Umgang mit sich selbst. Wenn jemand lernt, sich anzunehmen wie er ist und seine Schwächen sich selbst verzeihend akzeptieren kann, dann hat er eine Stärke, die ihm selbst inne wohnt. Das Selbstwertgefühl hat mit Wertigkeit zu tun, wie der Name schon sagt. Und Wertigkeit ist eine unsichere Sache, weil ich diesen Wert am Außen festmachen muss. Wenn ich einen Wert haben will, muss ich Leistung bringen, um mir diesen Wert zu erarbeiten. Bin ich schwach und krank, habe ich kaum eine Chance einen hohen Wert zu erlangen. Ich laufe Gefahr ständig unerfüllbaren Zielen hinterher zu eifern.
Anders ist es, wenn ich versuche meine psychischen Einschränkungen anzunehmen und trotz dieser liebevoll und freundlich zu mir zu sein. Mich nicht in das Hamsterrad der Suche nach Erfolg und Bedeutung - also Wert - zu begeben, sondern mich mit meinen psychischen Schmerzen anfreunde.
Bisher habe ich mich geweigert, meine Probleme als Folge meiner psychischen Behinderung anzuerkennen. Ich habe mit aller Gewalt versucht den Begriff krank für mich abzulehnen und den Problemen als scheinbar Gesunder zu begegnen. Ich weiß nicht, ob mir das gut getan hat. Sicher habe ich so manches erreicht, auf  das ich heute auch stolz bin, aber habe ich mich als Mensch weiter entwickelt? Ich bin immer noch abhängig von Erfolg, Anerkennung und Leistung. Wenn ich nicht funktioniere bin ich unglücklich. Wenn ich keine Aufgabe habe, werde ich lustlos und gelangweilt. So kann es nicht weitergehen.
Ich möchte zu einer inneren Zufriedenheit gelangen, die stärker ist. Die in meiner Person begründet ist. Oder bin ich hier auf dem Holzweg und es ist immer so, dass ein Mensch nur zufrieden sein kann, wenn er möglichst viele Aktivitäten verfolgt? Es ist ja nicht so, dass ich nichts mehr tun will. Aber ich will nicht mehr so abhängig von diesem Tun sein. Oder bin ich unausweichlich meinen Zerissenheiten ausgeliefert, weil sie eben zu meiner Person gehören?
Ein weitere Punkt ist es, dass ich dadurch, dass ich meine seelischen Schmerzen wortreich ausdrücke und immer wieder diese zum Thema mache, diese auch an mich binde. Ich sollte die Leiden annehmen, aber auch wieder gehen lassen. Nicht wie in den 90er Jahre eine Experte im Ausdrücken von Schmerz zu werden und mir nachdrücklich auch ein entsprechendes Vokabular anzueignen, sondern versuchen positiv zu bleiben. Um gute Laune zu ringen. Das Schöne, das Positive sehen und nicht den Blick auf meinem Leiden lassen. Versuchen Freude zu finden, auch in der dunkelsten Dunkelheit. Das ist die Kunst. Nicht zum klagenden Poeten und Experten Seelenschmerz zu werden, wie ich es bisher gemacht habe. Mit diesem Trick habe ich Menschen gesucht, die sich von meinen scheinbaren Qualen beeindrucken lassen und Interesse an solchen Zuständen haben - meist auch, weil sie sie selbst kennen.
Wird mir die Umkehr gelingen? Das Glas halb voll zu sehen und nicht weiter halb leer? Mich dem Licht zuzuwenden und nicht im schmerzvollen Klagen zu verharren. Ja, manches auch mit mir selbst auszumachen und nicht jedes psychisches Problem mit anderen besprechen zu müssen. Ist es wirklich so hilfreich immer auf ein offenes Ohr zu hoffen? Werden die Probleme dadurch weniger?
Sicher ich will weiterhin über meine Gefühle reden, weil es wichtig ist, sich über Gefühle auszutauschen, weil sie ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins sind und das Zusammenleben nur möglich ist, wenn Wissen darüber vorhanden ist, wie es dem Anderen geht. Nur so ist gegenseitiges Verständnis möglich. Aber man kann dies von einer negativen oder positiven Weltsicht aus tun und das ist das Entscheidende. Ich möchte gute Stimmung bringen und Mut machen und nicht die Traurigkeit der Welt mit meinen Klagen noch fördern. Mein Zweck der Existenz ist es, ein liebender Mensch zu werden und zu bleiben. Das geht aber nur, wenn man auch Liebe in die Welt bringt. Und was ist freudiger als jemand wirklich zu lieben. Lieben ist Freude. Und wer es schafft sich selbst und andere zu lieben, der spendet Trost und Hoffnung.
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Ein kurzer Satz der alles auf den Punkt bringt. "Glaube, Hoffnung Liebe, aber die Liebe ist das Größte unter ihnen". Noch ein kurzer Satz, der die Prioritäten klärt.
Wenn ich es schaffe mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich Liebe im Herzen trage - für mich und für andere - dann gelingt mir die Umkehr. Dieser Text ist ein Schritt in diese Richtung.

Wäre Schreiben eine Lösung?

Ich habe jetzt genug von meinem Seelenschmerz und meinen Klagen. Ich will mich anstrengen, dass ich wieder Zuversicht gewinnen und optimistischer werde. Ich möchte den Kampf gegen die Depressionen aufnehmen und bis Februar 2018 den Teilnehmern des EX-IN-Kurses Mut machen können. Sicherlich kann ich nicht mit dem Willen plötzlich wieder froh werden, aber ich kann der Freudlosigkeit den Kampf ansagen und intensiv Wege suchen, damit es wieder aufwärts geht. Mein Recoveryweg soll nach oben zeigen und nicht nach unten verlaufen, wie es die letzten Monate der Fall war.
Der erste Schritt hin zu psychischer Ausgeglichenheit ist es, trotz dem Willen nach Besserung die schlechten Gefühle anzuerkennen. Vielleicht sogar eine Stück weit akzeptieren, dass ich tatsächlich psychisch krank bin. Bisher habe ich mich immer geweigert mit meinen psychischen Erkrankung mir selbst gegenüber zu argumentieren. Das Ergebnis war eine enormer Leistungswille und daraus folgend auch gewisse Erfolge, die ich errungen habe. Doch welchen Preis habe ich dafür gezahlt?
Ich bin abhängig von meiner Arbeit geworden. Es ist sicherlich nicht schlecht etwas zu tun, aber die Persönlichkeit sollte von innen heraus stabil sein und nicht in diesem Maße von Äußerlichkeiten abhängig sein. Ich brauche ständig eine berufliche Aufgabe, der ich nachgehen kann und wenn ich keine habe, dass versuche ich mit aller Gewalt mir selbst eine auszudenken. Ich sollte unbedingt wieder zu häuslichen Beschäftigungen kommen, die nichts mit Psychiatrie und Arbeit zu tun haben.
Wenn ich mich zurück erinnere, was mich in meinen schwersten Zeiten Mitte der 90er Jahre gestärkt hat, dann war das das Schreiben. Sei es in Restaurants mit meinem Oktavheftchen gedichtartige Texte zu verfassen oder zuhause am PC jeden Tag mindestens eine halbe Stunden irgendetwas zu schreiben, auch wenn ich nichts hatte, was ich gerade unbedingt los werden musste. Das tägliche Schreiben gab mir eine Identifikation, wie es heute vielleicht meine Arbeit ist. Obwohl ich von der Qualität her nichts besonderes schrieb und die Ergebnisse teilweise nur auf meiner Festplatte versteckt noch existieren, war der Prozess des Schreibens heilsam. Ich sah mich als eine Art Schriftsteller und das half mit ungemein.
Ist es nicht möglich hier wieder anzuknüpfen? Ich habe immer wieder mit der Idee gespielt eine Buch zu schreiben, aber dazu fehlt mir die Fantasie und das Durchhaltevermögen. Auch fachlich ist meine bisher längster Text 9 Seiten. Mehr bekomme ich nicht zusammen. Also bleibt mir nur weiter in kurzen Texte schriftlich zu reflektieren. Und vielleicht gelingt es mir auch mit meinen Themen von meiner Person wegzukommen und über allgemeinere Sachverhalte zu schreiben. Ich vermute aber, dass das Interesse an meinem eigenen Ego das ist, was mich am meisten beschäftigt. Mal sehen, welche Entwicklung das Ganze nimmt und ob mein Vorhaben wie so oft ein Strohfeuer ist. Auf jeden Fall habe ich mich jetzt im Moment gerettet und das ist ja schon was, oder?

Bin ich zu offen ...?

Habe gestern seit langem mal wieder einen Eintrag in meinem Tagebuch gemacht. Ich bin mir inzwischen unsicher, ob es gut ist, dass ich hier so freizügig über meine privaten Gedanken und Probleme schreibe. Wenn ich im Februar 2018 den EX-IN-Kurs leite, dann erwarten die TeilnehmerInnen wohl einen gefestigten Trainer und nicht jemand der immer wieder zweifelt und belastet ist. Ich möchte den TeilnehmerInnen ja Mut machen und Optimismus weitergeben. Und wie soll das gehen, wenn ich selbst so unsicher und oft auch negativ eingestellt bin. Wenn ich die letzten Einträge lese, so kommt mir das gerade wie eine einzige Klage vor. Ich möchte Recovery lehren und bin doch teilweise selbst noch so weit davon entfernt. Also, was soll ich tun? Kann ich bis Anfang 2018 wieder Zuversicht und innere Stärke gewinnen. Wie führt der Weg dorthin? Ich als EX-IN-Trainer sollte es ja wissen. Darüber aber mehr im nächsten Post.

Sonntag, 2. April 2017

Zeitvertreib?

Sonntagnachmittag
Keine besondere Freude
Aber auch kein Leiden
Nichtstun
Bisschen Whatsapp
Bisschen Musik hören
Bisschen PC

Zeit vergeudet?

Kein Highlight
Kein Kick
Aber auch kein Leiden

Versuch eines Gedichts
Doch ohne Schmerz kein Thema
Zeitvertreiblyrik

Welch Luxus!

Aus der lustlosen Rumhängerei
Eine Qualität machen

Die Frage ist was am Ende bleibt

Irgendwann werde ich innehalten
Und Fazit ziehen
Bereuen oder bejahen?
Zeitvertreibleben?

Doch dann könnte es zu spät sein

Samstag, 1. April 2017

Seelenschmerzen

Ich klebe fest
An schlechten Gewohnheiten
An schweren Stimmungen
Freudlosigkeit

Keine Kraft für neue Wege
Keine Neugierde mehr auf das Leben
Alles eine Last
Antriebslosigkeit

Gefangen in einer Sackgasse
Aus selbstgewählten Pflichten und Strukturen
Aus Gleichgültigkeit
Aus Sinnverlust
Kraftlosigkeit

Das Leiden bejammern
Andere belasten
Selbstmitleid pflegen
Gelähmt verharren
Verantwortungslos
Hilflos

Freudlose Zeiten

Würde gerne gerade jemand mein Leid klagen. Ist vielleicht besser so, dass gerade niemand da ist.
Mir geht's es schon seit Wochen nicht mehr gut. Mir ist immer so schwer und da ist kaum noch Freude in meinem Leben. Richtig ausgelassen fröhlich war ich schon lange nicht mehr. Ich habe oft zu nichts Lust und wenn ich über mich nachdenke, bin ich sehr unzufrieden mit mir. Ich überlasse im Haushalt viel zu viel für Karin. Pflege mich nicht mehr richtig und liege viel im Bett. Ich treibe so durch mein Leben ohne meine vielen Möglichkeiten nutzen zu können. Und dann bemühe ich immer wieder den Recoverygedanken und bin doch selbst so hilflos meinen Stimmungen und schlechten Gewohnheiten gegenüber. Vielleicht sollte ich hier mehr schreiben, um so Klarheit zu bekommen. Schreiben strukturiert, ordnet und entlastet. Wie soll ich anderen Menschen eine Stütze sein, wenn ich selbst so freudlos und so instabil bin.
Heute sind Karin und ich auf einen Geburtstag des Mannes von Karins Freundin eingeladen. Mir graut wieder vor den vielen fremden Menschen und meiner Sprachlosigkeit. Aber Karin legt großen Wert darauf, dass ich mitgehe, also tue ich mir das eben an - Karin zuliebe. Aber ich weiß jetzt schon, welch unangenehme Stunden da auf mich zukommen.
Shit, mir geht's schlecht.

Samstag, 25. März 2017

Neuorientierung

Wieder nur ein Strohfeuer oder schaffe ich es wirklich grundsätzlich in meinem Leben etwas zu verändern?

Meine Ziele:

1. Karin unterstützen
2. Arbeit reduzieren (außer EX-IN)
3. Zu mir selbst finden
4. Tiefe Beziehungen leben

zu 1.
- mehr im Haushalt machen
- aufmerksamer werden
- mehr auf mich selbst achten

zu 2.
Aktuelle Aktivitäten:
1. NetzG 🙁
2. AG Partizipation 🙁
3. Auftritte ☺️
4. LVGPBW 😑
5. SmK 😑
6. Leuchtturmprojekt ☺️
7. Androidkurs 😑
8. IPE 🙁
9. SHG PE EM ☺️
10. LPT 😑
11. EX-IN SB ☺️
12. EX-IN BW ☺️
13. EX-IN Forum LPT ☺️
14. Regio AG Peerarbeit 😑
15. PeerCom 🙁
16. AG SsG 😑

zu 3.
- Neues unternehmen (Kultur, Spaziergänge, Menschen treffen)
- Beschäftigungen zuhause finden
- den Weg nach Innen gehen
- Spiritualität leben

zu 4.
- Beziehungen pflegen
- anderen wohlwollend begegnen
- hilfsbereit und unterstützend sein
- andere sein lassen

Wendepunkt

Neuorientierung:

1. Karin unterstützen
2. Arbeit reduzieren (außer EX-IN)
3. Zu mir selbst finden

Sonntag, 12. März 2017

Pendler zwischen den Weltsichten

Bin wieder auf dem Boden. Zurück von meinem Esoterik Trip. Ich denke, ich muss mich damit abfinden, dass ich mich immer zwischen den Polen Sichtbares/Beweisbares und Magisches/Unbeweisbares aufhalten werde. Ich bin nicht stabil und abgehoben genug auf Dauer an Geister und Dämonen zu glauben, aber andererseits habe ich eine Neigung dazu. Als Pendler zwischen Weltsichten komme ich meinem Wesen am nächsten, auch wenn es oft unbefriedigend ist.

Dienstag, 28. Februar 2017

Psychiatriepolitik ade?

Wieder eine lange Nacht
Gedanken kreisen wieder
Zwischen Dämonen und Wissenschaft
Tränen fließen bei Nightwish
Stuttgart abgesagt
Trotz Pflichtgefühl
Trotz Verena
Musik bringt mich zurück in meine Mitte
Zeit für Auszeit
Zeit für Neues
Rückzug in die Innerlichkeit
Hin zur Begegnung, zur Beziehung
Psychiatriepolitik ade?

Text an Karin B.: Zweifel

Liebe Karin B.,

bei mir hat sich in den letzten Wochen viel getan. Durch mehrere Erlebnisse bin ich gerade dabei mich auf Esoterik/Spiritualität einzulassen. Und ziemlich genau, als ich mich dafür entschieden hatte, bekam ich zuerst sehr schöne Stimmungszustände und seit gestern habe ich es mit Depressionen zu tun.

Wehren sich jetzt die bösen Mächte oder bin ich nur in einer psychischen Krise und muss aufpassen, dass ich nicht psychotisch werde - oder beides?

Ich habe heute Nacht kaum geschlafen und habe meinen Termin morgen (heute) in Stuttgart abgesagt - was mir angesichts meines Pflichtgefühls schwer gefallen ist. Ich spüre so eine Müdigkeit und Ausgebranntheit, was mein psychiatriepolitisches Engagement betrifft - ausgenommen EX-IN.

Ich bin gewarnt worden, dass die Esoterik ein gefährliches Terrain ist für den Geist. Soll ich das wagen, oder nicht? Zuerst hatte ich eine große Erleichterung als ich mich für den "Pfad des Geistes" entschlossen hatte, aber nun bekomne ich Zweifel.

Montag, 27. Februar 2017

Gestürzter Luzifer, besiegter Widersacher oder verfluchter Rebell?

Liebe in die Welt schicken. Kann ich das? Das geht nur, wenn ich das Leid der Menschen wirklich spüre. Ich fühle aber eine deutliche innere Unbeteiligtheit in mir. Gewiss, ich habe mir Empathie antrainiert, aber nur, um diese vorzuspielen. In vielen Jahren habe ich zwar dazugelernt und fühle mehr, aber immer noch nicht so viel wie es meiner Ansicht nach sein sollt. Manchmal denke ich, es ist ein unerreichbares Ziel ein empathischer Mensch zu werden und ich sollte mich eigentlich so akzeptieren, wie ich bin. Ich tue ja nicht wirklich schlechtes. Ich lüge und betrüge nicht und bin auch nicht gewalttätig. Also, weshalb kann ich mich nicht als ausreichend mitfühlend anerkennen. Ich nehme einfach einen Mangel war; dass mir etwas fehlt, was ich gerne hätte. Ist es an der Zeit einzusehen, dass meine Wunsch nach Empathie nicht erfüllt werden kann. Dass Empathie ein Geschenk Gottes ist, dass er jemand in die Wiege legt und damit die Weichen für das gesamte Leben stellt. Die große Frage: Ist Empathie lernbar? Ist Empathie für einen Menschen wie mich erlernbar? Egal ich werde dran bleiben. Allein mein Streben nach Empathie hält mich wach für meine Problematik des mangelnden Mitgefühls. Und wenn ich mich anstrenge dieses zu vermitteln, auch wenn es keine Basis in meinem Herzen hat, ist ja ehrenwert - oder?

Ich bin mir immer sicherer, dass ich in früher Zeit ein mächtiges Böses Wesen war. Entweder war ich Luzifer selbst oder ein starker dämonischer Widersacher Luzifers, der den Machtkampf gegen ihn verlor und nun verdammt nach gutem Karma streben muss. Oder aber ich war ein wichtiger Untertan Luzifers, der in Ungnade gefallen ist, weil er Luzifers Befehle nicht erfolgreich ausgeführt hat und/oder sich widersetzt hat. Letzteres würde mir persönlich am besten gefallen.. Das würde bedeuten, dass ich aus eigener Entscheidung mich vom Bösen abgewandt habe.

Wie bekomme ich heraus,welche der drei Annahmen die richtige ist? Nochmal zusammengefasst. Ich war vor langer Zeit...
  1. ... Luzifer selbst, der von einem anderen Dämon gestürzt wurde und nun verflucht in meiner Gestalt vergeblich gutes Karma sammeln muss. (Luzifer)
  2. ... ein mächtiger dämonischer Widersacher Luzifers, der den Machtkampf gegen Luzifer verloren hat und nun verflucht vergebens gutes Karma sammeln muss. (Widersacher)
  3. ... Luzifers stärkster Dämon, der dessen Befehlen nicht mehr gefolgt war und sich vielleicht sogar entschieden hat, sich vom Bösen zu distanzieren. Er ist nun von Gott unterstützt auf dem Pfad des Geistes und auf einem langen Weg hin zu einem Lichtwesen. (Rebell)
Also gestürzter Luzifer, besiegter Widersacher oder verfluchter Rebell?

Ich bin gespannt, ob meine spirituelles Erwachen jetzt ein lebenslanger Weg ist oder nur eine Phase, die bald wieder enden wird. Egal, ich werde mich bemühen Liebe in die Welt zu bringen und meinen Weg zur Vervollkommnung weiter gehen. Ich möchte eine guter Geist werden, denn der Zweck meiner Existenz ist es ein liebender Mensch zu werden und das dann auch zu bleiben.

Arkus

Sonntag, 26. Februar 2017

Meine Selbststärkungssätze

Gottes Liebe wirkt durch mich.
Gott ist auch im Leiden bei mir.

Nachrangigkeit des Egos

Was bedeutet es, dass ich jetzt ganz bewusst den Pfad des guten Geistes gehe?

Es bedeutet vor allem, dass ich mich von meinem Ego löse. Der Mittelpunkt meiner Bemühungen muss in Zukunft meine Mitmenschen sein. Mein Ziel muss es sein, dass es den Menschen gut geht, dass Liebe in der Welt ist und nicht mein Wohlergehen. Meine Gedanken sollten um meine Nächsten, meine Freunde und Bekannte kreisen und nicht nur um mich.

Meine Gebete sollen nicht Ausdruck meiner Sorge um mich sein, sondern Fürbitte für die Menschen, um mich herum.

Leider bin ich noch nicht so weit, um mich um die ganze Schöpfung einzusetzen. Vielleicht werde ich es nie sein und ich muss mich damit abfinden nur ein Förderer und Beschützer der Menschen zu sein.

Ich muss mir ein Mantra suchen, dass dieses Streben nach Nächstenliebe ausdrückt.

Euer Arkus

Unschuld verloren

Macht es Sinn zu fragen, wie weit ich auf meinem Pfad des Geistes bin? Meine Wahnvorstellung 1984 der Teufel zu sein, war traumatisch.

Zur Erklärung: ich dachte damals, die Seinsenergie wäre fast vollständig verbraucht. Die Wesen der Geistwelt leben von dieser Energie. Während dieser Vorstellung war ich Patient der geschlossenen Station in Winnenden. Ich dachte, ich sei der Teufel und für alles Böse in der Welt verantwortlich - und mir ging es sehr schlecht mit diesem Glauben. Nun hatte sich das Gute vorgenommen, das Böse, also mich, so lange zu pflegen, bis das Gute selbst aus Mangel an Seinsenergie sich auflösen müsse. Ich sah in den Ärzten und im Pflegepersonal die Vertreter des Guten. Das würde bedeuten, dass ich nach dem Tod des Guten bis zu meinem Ende mit meiner Bösartigkeit alleine wäre - unendliche Einsamkeit. Ich litt unsäglich.

Heute Nacht hatte ich einen Traum, dass ich wirklich in der Geistwelt Luzifer sei bzw. gewesen sei.

Ich bin total verunsichert.

Ich weiß, ich bin auf dem Weg hin zur Liebe. Aber ich war schon ein mächtiges, böses Wesen, das irgendwann umgekehrt ist. Nun hat ein anderes Wesen meinen Platz als Luzifer eingenommen - vielleicht hatte es mich auch gestürzt. Oder ich war ein mächtiger Dämon, der von Luzifer verstoßen wurde. Auf jeden Fall war ich mit meinen Energien schon sehr weit oben gewesen in den Hierarchien des Bösen, auch wenn ich in diesem Leben noch nicht wirklich böse Taten vollbracht habe. Ich habe viel schlechtes Karma abzuarbeiten. Deswegen auch meine Psychose? Der Gang durch die tiefen Horrorwelten des menschlichen Geistes.

Ich bleibe auf dem Pfad des guten Geistes, aber ich habe meine Unschuld verloren.

Euer Arkus

Weniger Ego, mehr Liebe im Tun

Ich will mir immer wieder klar werden, dass der eigentliche Grund für mein Engagement die Liebe ist bzw. sein sollte. Die Liebe zu den Menschen und im Speziellen zu meinen Freunden, den Psychiatrieerfahrenen. Meine Reife genügt noch nicht, die Liebe zu der Schöpfung und allem Leben zu erfüllen. Zu stark ist noch mein Ego und meine Blockade. Ich muss sehr aufpassen, dass nicht mein ganzes Tun von Selbstverwirklichung und der Suche nach Anerkennung bestimmt wird. Liebe in die Welt zu bringen und Andere zu unterstützen ist mein Ziel. Nicht ich, sondern der Geist Gottes wirkt in mir und durch mich.

Samstag, 25. Februar 2017

Mein Name ist Arkus

Wie kann ich den neu entdeckten Pfad des Geistes gehen? Wie kann ich meine geistigen Kräfte schulen? Wie kann ich die neue Welt kennen lernen? Ich möchte mir eine eigene Philosophie dazu entwickeln. Ich möchte mich aufmachen, die Dämonen zu bekämpfen. Ich habe mir den spirituellen Namen Arkus gegeben. Der Name erschien einfach so in meinem Kopf.

Ich will euch, meine Leser, direkt ansprechen. Was haltet ihr von meiner Entwicklung? Macht ihr euch Sorgen um mich? Haltet ihr mich für psychotisch? Oder wollt ihr meinen Weg mitgehen?

Ihr werdet wieder von mir hören.

Euer Arkus

Dienstag, 21. Februar 2017

Teil von etwas Großen

Ich bin ein Teil von etwas ganz Großen. Ich spüre es ab und zu ganz deutlich - ein wohliger Schauer durchströmt mich dann und ich weiß, dass ich dann im Kontakt bin. Ich weiß nicht genau, was es von mir will, aber ich weiß, dass ich da sein muss, wenn ich gebraucht werde, um mich für das Gute einzusetzen. In einem Kampf, der nicht mit Waffen geführt wird, sondern mit der Energie des Geistes. Vielleicht bin ich jetzt schon ein Teil davon mit meiner transzendenten Kapazität. Mit der Stärke meiner Gedanken und der Kraft meines Willens dem Bösen nicht die Herrschaft zu überlassen. Menschlichkeit, Mitgefühl, Rücksichtsnahme und Liebe sind die Werte, die wir verteidigen müssen. Gedanken der Liebe in den Äther senden, damit sie sich mit Millionen anderen ähnlichen Gedanken verbinden und in der Welt wirken. Ich glaube daran, dass der menschliche Geist Zugang hat, den wir zwar nicht verstehen können, aber der trotzdem wunderbar wirkt. Wie nannte ich es früher? Energie 2. Ordnung.

Bin ich alleine mit dieser Vorstellung oder gibt es Menschen, die ähnlich wie ich denken?

Sonntag, 12. Februar 2017

Komm, doch zügle die Dämonen

Den Tag lustlos und leidend missbraucht. Viel im Bett. Viel an mir selbst gezweifelt. Kurzes Treffen mit Klaus. Telefonat mit Heidi. Dann die Flucht in einen abendlichen Film.

Nach der Lektüre meines grenzwertigen Buchs - seichte Unterhaltung mit okultem Beigeschmack, das Licht ausgemacht.

Und dann empfing mich der Charme​ der Nacht. Meine Fragen an das Jenseitige hüllten mich ein in ein Gefühl der Leichtigkeit. Konnte es nicht sein, dass es da wirklich mehr gab, als der helle Tag uns verspricht? Gott, Götter, Teufel, Engel und Dämonen. Es gab Zeiten da quälten sie meinen Geist. Mühsam versuche ich mich zu erinnern. Zu weit weg bin ich inzwischen.

Ich vermisse euch.

Erhört mich, aber verschont mich. Ich rufe die Geister, aber ich klammere mich zugleich an meine inzwischen solide Existenz. Ist es mir möglich die Geistwelt zu kontrollieren? Kommt herein in mein Haus, geht aber, wenn ich wieder allein sein will. Eure Vielfarbigkeit könnte meine Welt bunter machen, aber ihr könntet mich auch zerstören, wenn ihr mich heimsucht.

Ein neues Blatt Papier an meiner Wand auf dem geschrieben steht:

Erhöre mich Gott
Erhöhe mein Ich
Das Jenseitige soll wieder wahr werden
Doch zügle die Dämonen


Samstag, 11. Februar 2017

Der Kampf der Seelenenergien

Einbildung oder Realität? Gibt es den Machtkampf zwischen Gut und Böse in der Geistwelt wirklich? Beeinflusst dieser Kampf den Lauf der Welt?

Ein Kampf der Seelenenergien. Ein Raum, wo die Macht des Einzelnen nicht an Reichtum oder Intelligenz gebunden ist, sondern an Wille und Vorstellung. Momente hoch verdichteter Energie, wo die Welt auf kleinsten Raum schrumpfen kann und sich das Schicksal des Universums immer wieder in der Begegnung von wenigen Individuen entscheidet. Vielleicht sogar in Stunden der Einsamkeit, wo ich alleine die Menschheit verkörpere gegenüber andersartigen, kosmischen Mächten. Wo ich den ganzen Wert der Menschheit in die Waagschale werfen muss und für ihren guten Willen zu bürgen habe.

Die Stimmen sind so leise geworden. Warum werde ich immer mehr ausgeschlossen, von den abenteuerlichen Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse, dem Teufel und Gott, den Engeln und den Dämonen.

Nur irre Gedanken, um mir mein kleines Leben zu erhöhen? Sind ausgeschickte Gedanken wirkungslos oder können sie die Wirklichkeit verändern - Liebe oder Hass säen?

Es geht nicht vom sicheren, soliden Alltag aus, Teil der Geistwelt zu sein. Das Risiko des Absturzes ist die Eintrittskarte. Ich hab die Wahl getroffen und muss aushalten, dass ich durch meine Bodenhaftung unbedeutend für die Götter geworden bin. Nur in der seelischen Gefahr öffnen sich die Tore zum spannenden geistigen Krieg, zum ewigen, jenseitigen Machtkampf zwischen Gut und Böse.

Montag, 6. Februar 2017

Gottes Reich öffnet sich durch seine Gnade

Wir sitzen zu viert in netter Runde und sprechen über Glaube, Christen und Buddhisten. Ich spüre den Wunsch jetzt in den Kontakt zu kommen - mit Gott, mit den Geistern. Ich rufe, kommt und sprecht mit mir, wie früher. Ich bitte, sagt mir Richtiges, wie damals. Aber ich spüre kaum etwas. Wie eine Ahnung in der Ferne lockt das Jenseitige. Und ich bleibe in der Enge meines gepressten Geistes - im Alltagsgrau, in der Durchschnittlichkeit.

Das Abenteuer lockt immer wieder. Gefahr und Erweiterung liegen eng beieinander. Doch ich bin sicher, ich habe inzwischen die Bodenhaftung, der Gefahr zu widerstehen. Im Gegenteil: zu sehr werde ich auf den Boden gedrückt, sodass ich die Fähigkeit verloren habe, meinen Kopf in die Wolken zu erheben. Wie sagte Robert: mit den Beinen auf dem Boden und dem Kopf in den Wolken. Das ist die Kunst.

Und jetzt? Wie soll es weitergehen? Ich will mich nicht abfinden mit meiner erdrückenden Erdung. Die Zeiten scheinen vorbei, in denen ich auf Wunsch sofort beschenkt wurde. Nun gilt es auf die Gnade Gottes zu warten, bis er mich wieder teilhaben lässt. Bis er mich wieder ein kleines Stück einlässt in das Reich, das hinter dem Begreifbaren liegt.

"Nicht ich, sondern der Geist Gottes wirkt in mir". Eine Erkenntnis, die mir heute offenbart wurde.

Mantrageschenk

Nicht ich, der Christus Geist wirkt in mir.
Walters Mantra, 6.2.17, Teninger Cafe
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Nicht ich, (sondern) Gottes Geist wirkt in mir.
Mein Mantra, 6.2.17, nachts
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Gott und sein Geist sind mir gut. Christus prüft mich.

Sonntag, 22. Januar 2017

Denken in Strukturen

Ich frage mich immer wieder, warum ich nicht so empathisch bin, wie ich es gerne wäre und ob sich Empathie (noch) lernen lässt.

Ich bin so erzogen, dass zu tun, was Autoritäten sagen. So war es für mich auch klar, dass ich mich meinem Vater folgend bemühen musste in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern gut zu sein. Ich habe mich in Mathematik und Physik viel mehr angestrengt, als in geisteswissenschaftlichen-sprachlichen Fächern. Auch war für mich klar, dass ich ein technisches Fach studiere, auch wenn ich Deutsch Leistungskurs hatte. Danach arbeitete ich als Programmierer.

Mein Denken war seit vielen Jahren auf Strukturen trainiert. Kann es sein, dass da der Mensch zu kurz kommt? Erst als ich meine Arbeitsstelle verlor und dann letztendlich in die Frührente musste, wendete ich mich aus eigener Betroffenheit den Schwachen und Kranken zu.

Bin ich vom Denken in Strukturen so geprägt, dass mir das Soziale fremd ist und bleibt?

Weniger anders sehen

Ich selbst bin zur Zeit eher in einer Phase der "Selbstreduktion" und die Denkweise "alles ist möglich" durch die Denkweise "weniger ist mehr" zu ersetzen. Wenn Glück von außen bestimmt wird, ist es ein abhängiges Glück. Neues zu entdecken bedeutet nicht, dass man/frau mehr machen muss, sondern vielleicht genügt es, weniger unter einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Nachdem mein Auf- und Ausbruchsversuch gescheitert ist, jetzt die Wende nach Innen.

Es ist so schwierig etwas zu ändern, vor allem, wenn eigentlich alle Wünsche befriedigt sind.

Liebesenergie statt Abgestumpftheit

Eigentlich lebe ich gut. Habe wirklich alles, was ich zum Leben brauche. Aber da ist oft so eine Schwere, die auf mir lastet. Es fehlen große Momente der Freude, aber auch das Leiden ist eher subtil und nicht mehr mit so großen Schmerzen verbunden. Jeder Tag vergeht mit seinen Herausforderungen, ja auch mit seinen Highlights, aber meine Tiefe wird nicht mehr berührt.

Glück ist weniger das, was ich erlebe, sondern wie ich die Welt wahrnehme.

Ich kann mich an zwei ganz große Momente in meinem Leben vor vielen Jahren erinnern. Der Eine war, als ich frühmorgens das vereinzelte Zwitschern eines Singvogels hörte und der Andere, als mich unter der Dusche der in einem Wassertropfen gebrochene Lichtstrahl der Sonne blendete. Diese beiden großen Erlebnisse habe ich auch nach 30 Jahren nicht vergessen.

Aber wie finde ich zu großer Erlebnisfähigkeit zurück? Sicherlich ist die zunehmende Abgestumpftheit auch eine Konsequenz des Alterns.

Wieviel sollte man vom Leben erwarten? Grenzenloses Ausleben von ruhenden Sehnsüchten oder bietet es sich an, sich mit der Beschränktheit der Möglichkeiten abzufinden? Oder hat man/frau da gar nicht die Wahl?

Es gibt immer noch große Tage in meinem Leben, aber erstens werden es immer weniger und zweitens erzeugen sie immer weniger Gefühle in mir.

Soll ich jetzt wieder den großen Aufbruch zelebrieren, nur um wieder an mir zu scheitern oder mich einfach den  Gegebenheiten hingeben?

In den 2 Tagen, als ich meine Erkältung auskurierte und diese im Wesentlichen auf der Couch verbrachte, merkte ich, dass es da noch eine andere Qualität gibt. Nämlich die Qualität des Nichtstuns, des Insichgehens.

Nachdem mein letzter Auf- und Ausbruchsversuch kläglich gescheitert ist, will ich versuchen die Lebendigkeit in mir zu finden und nicht zuletzt Ruhe und Leichtigkeit zu entdecken, die es unnötig machen zwanghaft im außen auf Erlebnisjagd zu gehen.

Wir tragen in uns ein Bild der Welt, das wir selbst in uns verschönern können. Hier setzt jede nachhaltige Veränderung an. Das wirkt sich dann vielleicht auf das Verhalten aus und nicht zuletzt verändert sich dadurch die Welt. Und wenn dann das Freisetzen unserer Liebesenergien für uns selbst, sich transformieren in Liebesenergien, die sich nach außen ausbreiten, dann bringen wir ein Stück Frieden und Wohlergehen in die Welt.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Freitag, 13. Januar 2017

Risiko des Absturzes

(Mein?) Gott befiehlt nicht, er rät mir und manchmal habe ich die Gnade, seine Vorschläge zu erkennen.

Ich bin vom Leben reich beschenkt worden. Ich darf Schwächen haben. Du, der du im beruflichen Existenzkampf lebst, musst Stärke heucheln, wo Angst ist. Es sei denn, du bist größer als ich und bist bereit mit dem erhöhten Risiko deines Absturzes zu leben - trotz Ehepartner, Kinder, Haus und Hof.

Mein Lebenssatz, den ich mit jungen Jahren schrieb "ich möchte mit dem Risiko des Absturzes leben, und nicht​ in einer dumpfen Sicherheit verblöden" verwirklichte ich (nur?) mit meiner psychotischen Störung. Wo wäre ich heute, wenn es Macht und Reichtum geworden wäre?

Ich habe den Absturz überlebt und weiß heute, dass Sicherheit ein hoher Wert ist. Aber wenn ich die Wünsche meines Herzens kenne, dann führt das übermäßige Streben nach Sicherheit zum lebenslangen Unglück.

Mein Vater wollte nie reich werden. Warum genau hat er mir nie gesagt. Ich weiß, dass er Menschen helfen wollte und er wählte dazu das Amt des stellvertretenden Betriebsratvorsitzenden der Stuttgarter Straßenbahnen AG. Für mich ist er eine beeindruckende Persönlichkeit, der an seiner Weichheit gescheitert ist, weil er sie nicht leben konnte.

Sonntag, 8. Januar 2017

Vom Sinn

Bis vor kurzem dachte ich, das der Lebensinn selbst gemacht ist, das heißt, dass wir uns selbst dafür entscheiden können, was wir als unseren Sinn des Lebens wählen können. Nach einigen Gesprächen jedoch, habe ich diese Ansicht revidiert.

Ich denke jetzt, dass es uns mitgegeben ist, was wir mit unserem Leben anfangen sollen. Es ist uns überlassen, diesen Zweck der Existenz (John Strelecky) zu ermitteln und diesen dann umzusetzen. Wer hier fündig geworden ist, dem stehen große Energien zur Verfügung, seiner Bestimmung zu folgen. Dies birgt auch Erfüllung und Freude für das Leben und den Alltag.

Das Glück findest du bei den Wünschen deines Herzens und dem Mut sie umzusetzen.