Mittwoch, 19. April 2017

Heile Welt

Eigentlich unglaublich

Hier Folter, Brutalität, Mord
Menschenhandel
Frauen werden gequält und vergewaltigt
Kinder dazu gezwungen ihre Eltern zu töten
Unvorstellbare Grausamkeiten

Die Guten sind kaum geschützt

Hier die heile Welt der kleinen Rädchen
Ein schöner Urlaub
Dicke Bäucher
Schöne Musik, schöne Bilder
Kleine luxuriöse Fluchten

Aufrichtig herzliche Begegnungen
Der irre Wunsch anständig zu bleiben
Das unerklärliche Festhalten an der Moral
In Wahrheit nur Ausdruck von Angst?

Unvorstellbarer Reichtum
Unter sich
Unvorstellbare Armut
Unter sich

Nur die Machtlosen können sich die Liebe leisten
Solange sie die Mächtigen gewähren lassen

Volle Tische, volle Bäuche
Nebenan
Hunger, Durst und Krankheit
Nachbarschaft heißt Stacheldraht
Und schnell Rechtfertigungen parat
Oder Rückzug in die Gleichgültigkeit

Die Gnade der glücklichen Geburt
Sensible Menschen verzweifeln
Geben lieber ihr Leben auf
Als Teil dieses Wahnsinns zu bleiben

Eigentlich unglaublich

Donauschifffahrt 3. Tag (Budapest)

Donnerstag, 20.4.17: Lesen. Schreiben. Musikhören. Seit 4 Uhr. Heute geht es nach Budapest. Der Tag beginnt in guter Laune, wenn auch wieder mal mit Schlafdefizit. Dann um 7 an die Bar. Kaffeetrinken, Nachzügler-Postkarten schreiben. Die Donau vorbeifließen lassen. Mal sehen was heute der Tag so bringt. Karin schläft noch. Wir treffen uns 8:30 Uhr zum Frühstück. Würde gerne schlaue Sachen schreiben. Leider ist mein Kopf leer.

Leider haben wir es in Budapest nur 300 m geschafft. Der Regen und der Sturm war so stark, dass wir gerade noch zur Markthalle gekommen sind. Diese war aber schon ein Erlebnis. Eine riesige Halle. Im ersten Stock eine Rundgang voll mit Ramschläden für Touristen. Und alles voll mit Menschen. Wir wollten dann noch einen Kaffee trinken gehen, aber in nächster Nähe gab es nichts. Selbst im Burgerking bildete sich eine lange Schlange. Zudem glich der Burgerking eher ein dreckigen Bahnhofshalle als einem Restaurant. Dann haben wir uns entschlossen zurück auf das Schiff zu gehen. Der Schirm wurde fast zerissen und war kaum zu halten. Wir waren beide froh, als wir wieder im warmen und trockenen Schiff waren.

Donauschifffahrt 2. Tag (Wien)

Mittwoch, 19.4.17: Es ist schon sehr edel auf diesem Schiff.
Leider fühle ich mich nicht so sehr fit. Ich bin total verschleimt in der Nase und vor allem meine Bronchitis macht mir Probleme. Manchmal geht es, aber manchmal rasselt meine Lunge total und ich muss heftig husten. Dazu kommt, dass ich immer wieder sehr erschöpft bin. Heute nach dem Frühstück musste ich mich unbedingt nochmal hinlegen und ich habe glaube ich sogar geschlafen.

Trotz stürmischen Regens sind wir mit der Straßenbahn in die Innenstadt von Wien gefahren. Immerhin ein kleiner Eindruck. Viel gesehen von Wien haben wir leider nicht. Aber immerhin waren wir in einem Wiener Cafe gesessen und haben eine Melange getrunken - kleine Tasse für 3,60 €.

Dann wieder auf dem Schiff bei üppiger Völlerei - all inklusive. Postkartenschreiben an der Bar. Champignonsleague am Abend. Die Highlights sind Frühstück, Mittagessen und Abendessen - wie in der Psychiatrie. Kein Biking. Keine Stadtrundfahrt.

Was soll die Selbstanklage? Genieße dein Sosein. Bereuen ist sinnlos. Getan ist getan. Nicht getan ist nicht getan. Was soll die Selbstquälerei?

Wie war das? Schluss mit der defizitären Sicht! Neue Wege gehen hin zur Zufriedenheit. Schwierig Jahrzehnte aufzugeben. Der Verzicht auf Klagen hinterlässt ein Vakuum.

Dienstag, 18. April 2017

Donauschifffahrt 1. Tag (Engelhardszell bei Passau)

Dienstag, 18.4.17: Relativ problemlos sind wir um 5 aufgestanden. Wir haben beide zügig unsere restlichen Sachen zusammengepackt und waren 6:30 Uhr am Bahnhof Teningen. Der Zug kam pünktlich und alles schien seinen guten Gang zu gehen.
Als dann allerdings die Nachricht kam, dass unser Anschlusszug 40 Minuten Verspätung hat, kamen wir kurz in Panik, weil wir nicht wußten was die beste Alternativverbindung ist. Wir standen schon auf dem Bahnsteig, als wir doch wieder in den Zug stiegen und nach Offenburg weiterfuhren. Dort hatten wir 1 h Aufenthalt. Jetzt sitzen wir im IC nach Nürnberg und sind wieder ruhiger. Wenn wir unseren Anschluss bekommen, sind wir immer noch rechtzeitig in Passau.
Zuerst wurde ich ziemlich müde und konnte kaum die Augen offen halten. Jetzt bin ich fit und Karin schläft. Typisch antizyklisch - wie so oft.
Der Transfer vom Bahnhof Passau nach Engelhardszell lief problemlos - natürlich im ständigen Regen. Im Schiff angekommen, staunten wir nicht schlecht wie luxuriös und groß das Schiff war. Natürlich nicht vergleichbar mit einem Kreuzfahrtschiff auf dem Meer, aber für die Donau sind 126 m schon ganz schön, finde ich.
Es war auch ein tolles Erlebnis von der schönen Kabine aus auf die vorbeifließende Donau zu blicken. Und im Speisesaal durch große Fenster den Fluss zu sehen.

Montag, 17. April 2017

Mit Lungenrasseln und Hysterie zur Donauschifffahrt

Ich hatte mir ja vorgenommen nicht mehr zu klagen und liebevoll mit mir selbst umzugehen. Trotzdem liegt mir daran, es mitzuteilen, wenn es mir schlecht geht. Also versuche ich einen Mittelweg und versuche möglichst sachlich zu bleiben und nicht pathetisch meinen Zustand zu überzeichnen:

Mir geht's schlecht. Seit etlichen Tagen habe ich es auf der Lunge. In den letzten 2 Tagen ist es schlimmer geworden. Inzwischen rasselt meine Lunge bei jedem Atemzug, den ich tiefer mache. Wenn ich beschäftigt bin, atme ich flach und es fällt mir kaum auf. Wenn ich aber tief atme oder im Bett liegt wird es fast zu einem Röcheln. Das führt dazu, dass ich Angst bekomme und eine Art Hysterie bei mir ausbricht. Und zu guter Letzt verreisen Karin und ich morgen.

Wir machen unseren bisher größten Urlaub. Wir fahren mit dem Zug nach Passau und von da über Wien nach Bratislava und weiter nach Budapest - und dann wieder zurück. Meine unbewussten Ängst vor dieser Reise kommen noch erschwerend dazu. Es ist bei mir immer schon so, dass ich große Ereignisse im Vorfeld nicht verarbeite und sie ohne spürbare Angst auf mich zukommen lassen. Dann aber plötzlich wenn sie da sind, dann wehrt sich meine Seele und ich werde psychisch - und jetzt auch noch körperlich - krank.

Nicht umsonst bin ich vor dem Abitur psychotisch geworden und auch zweimal vor der Abschlussprüfung zum staatliche geprüften Informatiker. Ich habe mich bisher gedanklich auch noch kaum mit unserer großen Reise auseinandergesetzt.

Diese Art und Weise, wie ich mit Life Events umgehe ist schädlich und ich muss da was ändern. Aber heute ist es zu spät. Heute muss ich erst einmal mit den Auswirkungen klar kommen.

Ich bin vorher verzweifelt in der Wohnung auf uns ab gerannt und wusste mir nicht mehr zu helfen. Dann hatte ich die Idee Karins Freundin, die auch Karin heißt anzurufen. Die will mir ihr selbst gemachtes pflanzliches Antibiotika geben. Zuerst hatte ich Bedenken, aber dann habe ich mich entschlossen um 14 Uhr zu ihr zu fahren und mich von ihr behandeln zu lassen. Und endlich habe ich es dann auch geschafft zu duschen und mich zu richten. Auch das hat etwas beruhigt. Aber vor allem das Schreiben jetzt lenkt mich gut ab und ich kann ruhig bleiben.

Es war auch sträflich, dass ich jetzt den 3. Tag in der Wohnung bin. Außer einem Gang an die Mülltonne, war ich überhaupt nicht draußen und habe die Stunden in unserer dunklen Wohnung verbracht. Auch das hat dazu geführt, dass ich mich in alles immer mehr hineingesteigert habe und sogar überlegt habe in die Notfallambulanz des Kreiskrankenhauses zu gehen. Allerdings habe ich mich jetzt für Karin B. entschieden. Ich möchte den Urlaub morgen auf keinen Fall gefährden.

Ich hatte dann vorsorglich auch eine Tavor genommen, was eher dazu geführt hat, dass sich wieder eine nervöser Zustand angemeldet hat - auch eine Problem unter dem ich jetzt schon seit einem Jahr leide. Ein Zustand der mich stark bis komplett blockiert und den ich als sehr quälend empfinde. Gott sei Dank ist es heute nicht zum Endstadium gekommen, da ich mich ablenken konnte.

Spirituell gesehen, könnte es sein, dass sich alles in mir gegen die Entwicklung wehrt, die sich seit längerer Zeit abzeichnet. Immer wieder werde ich damit konfrontiert, dass ich meine Leben ändern will. Das begann mit meiner Kündigung vom Landesverband Psychiatrieerfahrener BW, mit dem ich viel vertrautes und lieb gewonnenes hinter mir lassen musste. Der Streit mit Gabriele hatte solche Ausmaße angenommen, dass ich mich zurückziehen musste. Seitdem bin ich auf der Suche nach eine beruflichen Heimat.

Aber parallel dazu habe ich immer mehr hinterfragt, was für mich wirklich wesentlich ist und inwiefern ich mich als Person weiterentwickelt habe, trotz aller Erfolge, die ich erreicht hatte. Denn bis 2015 war ich derselbe, wie ich 1999 mit meinem Engagement begonnen hatte. Vielleicht nicht mehr so ganz ehrgeizig und vorsichtiger geworden, was meine Risikobereitschaft anbelangt - und auch mit weniger Energie ausgestattet, aber meine Lebensenergie und meinen Lebenssinn bezog ich nach wie vor über meine Arbeit für andere Psychiatrieerfahrene, auch wenn ich nicht direkt als Genesungsbegleiter arbeite.

Noch etwas absurder gedacht, könnte das Böse versuchen zu verhindert, dass ich weiter auf dem guten Weg vorankomme. Es werden mir Knüppel in den Weg gelegt an denen ich scheitern soll. Nicht nur Krankheit, sondern auch Zweifel und Depressionen.

Aber ich will diesen Weg weitergehen, auch wenn ich manchmal beinahe nicht mehr weiter weiß, vor Missempfindungen. Irgendwann kommt wieder eine bessere Stunde und ich kann stolz darauf sein, dass ich die Leiden durchgestanden habe, um nicht zuletzt wieder einen Schritt weiter gemacht zu haben. Hin zu meinem Ziel mit mir selbst ins Reine zu kommen und der Liebesfähigkeit für mich und die Anderen näher gekommen zu sein. Und das ist es, auf was es ankommt.

Stationen der Arbeit


  1. Schule (1968-1982)
  2. Ausbildung (1982-1988)
  3. Normales Berufsleben (1988-1992)
  4. Rehabilitationszentrum Rudolf-Sophien-Stift (1994-1995)
  5. IPE Stuttgart (1999-2011)
  6. Beschwerdestelle Psychiatrie Stuttgart (1999-2005)
  7. Offene Herberge (2000-2011)
  8. Landesverband Psychiatrieerfahrener BW (2002-2015)
  9. EX-IN (2008-heute)
  10. Selbsthilfe mit Köpfchen (2012-heute)
  11. Außerstationäre Krisenbegleitung (ASK) (2012-2016)
  12. Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg (2015-2016)
  13. EX-IN Baden-Württemberg (2016-heute)
  14. Sozialpsychiatrischer Dienst Freiburg (2016-heute)
  15. Bundesnetzwerk Selbsthilfe sselische Gesundheit (NetzG) (2016-2017)
Minijobs
Wein-Handelsagentur Holzwarth (1997, 4 Monate)
1. Landespsychiatrietag (2006, 6 Monate)
Landesverband Psychiatrie-Erfahrener BW (2010, 5 Jahre)
Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg (2015, 1 Jahr)
Sozialpsychiatrischer Dienst Freiburg (2016, bis heute)

Die 4 Phasen meines Lebens


  1. Normale Kindheit und Jugend (bis 1981)
  2. Leidenszeit (bis 1999)
  3. Zeit des Engagements (bis 2009)
  4. Karin "Langsam vom Streben zum Sein" (bis heute) 

Sonntag, 16. April 2017

Kontakt. Danke dafür.

Schaue einen Film mit jenseitigem Inhalt an. Plötzlich erlebe ich das typische Frösteln und weiß, ich habe Kontakt. Ihr seid da. Ich gebt mir Botschaften und Hilfestellungen. Beantwortet mir meine Fragen. Nicht aus der Ferne, sondern ganz nah. Ich bitte euch, bleibt bei mir. Geht nicht wieder weg. Es ist so schön, wenn ihr mir nahe seid. Aber ich weiß, der Zustand wird nicht lange dauern. Ihr werdet mich wieder verlassen, nachdem ihr mir einen weiteren Schritt gezeigt habt. Und ich werde die Begegnung, wie die vielen anderen, bald wieder vergessen haben. Aber mein Bewusstsein vergisst sie nicht. Ich bin so froh, dass es euch gibt und dass ihr mir auch im Alltag zur Seite steht, wenn ich es will, wenn ich es brauche. Kommt ihr von außen oder von innen aus meinem Herzen? Seid ihr von mir selbst gemacht oder existiert ihr irgendwo wirklich? Aber ist das so wichtig? Ihr seid da, das ist wichtig. Danke für eure Hilfe!

Eigene Sinnsprüche


  1. Wer nie für etwas gebrennt hat, ist zu bedauern.
  2. Strebe nicht, sondern sei.
  3. Fäuste zu Händen. Steine zu Herzen.

Recovery - kurz und bündig

Seit etlichen Jahren begegne ich immer wieder dem Begriff Recovery. Habe sogar etwas darüber gelesen, was ja untypisch für mich ist. Was ist das also, dieses Recovery? 

«Recovery ist ein zutiefst persönlicher, einzigartiger Veränderungsprozess der Haltung, Werte, Gefühle, Ziele, Fertigkeiten und Rollen. Es ist ein Weg, um trotz der durch die psychische Krankheit verursachten Einschränkungen ein befriedigendes, hoffnungsvolles und konstruktives Leben zu leben. Recovery beinhaltet die Entwicklung eines neuen Sinns und einer neuen Aufgabe im Leben, während man gleichzeitig über die katastrophalen Auswirkungen von psychischer Krankheit hinauswächst.»
William Anthony (1993)

«Der Begriff „Recovery“ lässt sich hier in etwa mit „Genesung“, „Wiedererstarken“ oder „Gesundung“ übersetzen. Bei diesem sehr individuellen Prozess verändern sich die eigenen Vorstellungen, Haltungen, Emotionen und Lebensziele. Jeder Mensch mit einer psychischen Belastung hat unabhängig von deren Schwere die Chance auf ein gutes und zufriedenes Leben, selbst wenn manche Symptome andauern sollten. Der Erhalt von Hoffnung und Sinn ist dabei besonders wirksam. Alle Menschen mit Erfahrungen mit schweren seelischen Erschütterungen haben grundsätzlich das Potential zur Genesung. Diese Erfahrungen sind ein Schatz, den es zu würdigen gilt.»
Rainer Höflacher (2017)

Hatte im Netz nach der Definition von Recovery von Anthony gesucht und bin auf dieses Buch gestoßen, dass sogar komplett digital vorliegt. Also wer wissen möchte, was Recovery ist, der schaue mal den Link Pflege in der Psychiatrie - Recovery an. Wer das liest, der weiß theoretisch was Recovery ist.

Aber was habe ich aus eigener Erfahrung zu Recovery zu sagen? Eigentlich nur, dass die Beschäftigung damit mir sehr geholfen hat hoffnungsvoll und zuversichtlich zu bleiben oder wieder zu werden, wenn ich mal wieder schlecht drauf war. Ich kann Recovery nur formelhaft beschreiben, was ich im Folgenden versuchen will:
  • Hoffnung und Sinn sind zu erhalten. Ohne sie ist die Bewältigung psychischer Probleme schwierig.
  • Es kommt nicht darauf an symptomfrei zu werden, sondern ein gutes Leben zu führen, trotz anhaltender Symptome.
  • Nicht die Behandlung ist das Entscheidende, sondern die Befindlichkeit.
  • Recovery ist eine innere Haltung und kann nicht verordnet werden. 
  • Recovery ist ein lebenslanger Prozess, der auch Stillstand und Rückschritt beinhaltet. Aber wer nicht aufgibt, kann meines Erachtens sicher sein, dass es auf Dauer aufwärts geht.
  • Jeder Recoveryweg ist einzigartig. Es gibt nur Leitregeln dafür. Wie diese umgesetzt werden bleibt jedem selbst überlassen. Jeder muss seine eigenen Lebensprioritäten setzen.
  • Recovery wurde von Betroffenen für Betroffene gemacht. Auch deswegen ist es überzeugend.
Soviel aus meiner Sicht zum Thema Recovery


Achtung! Plaudern...

Heute ist also Ostermontag - ein Tag nach der Entscheidung für Zuversicht und Optimismus.
Ein bisschen mulmig ist es mir schon, ob ich den Vorsatz nicht mehr über meine Zustände zu klagen durchhalten kann. Ein großes Ziel muss ich sagen.
Elke meinte, wer das schafft ist kein Mensch mehr. Das wäre schon für Gesunde ein zu hoher Anspruch. Egal, ich werde es einfach versuchen und dran bleiben. Habe das Gedicht "Ostersonntag" ausgedruckt und über mein Bett gehängt. Man wird sehen....

Übrigens ist mir gestern etwas Komisches passiert., Ich dachte, ob es nicht möglich sei, diesen Block komplett in ein PDF umzuwandeln. Also macht ich mich mit Google auf die Suche. Ich merkte, dass das gar nicht so einfach ist. Aber dann bin ich auf die Website BlogBooker gestoßen. Ohne zu zahlen kann man dort aber nur 1 Jahr zurückliegende Beiträge umwandeln. Also schaute ich, wann ich meinen Blog begonnen hatte. Und ganz überraschend sah ich, dass ich meinen Block exakt ein Jahr zuvor, also im Mai 2016 begonnen hatte. Komisch, dass ich gerade jetzt nach dieser Funktion gesucht hatte. Wie wenn es eine innere Uhr diesen Wunsch bei mir ausgelöst hätte. Es gibt im Leben immer wieder erstaunliche Vorfälle, die nicht zu erklären sind.
Das Tool BlogBooker macht übrigens ein super Buch aus dem Blog. Mit schönem verlinkten Inhaltsverzeichnis und schönen Überschriften für jeden Eintrag. Jetzt kann ich also meine Beiträge komplett an jemand als PDF verschicken, wenn sich jemand dafür interessieren sollte, was ich bezweifle.

Und dann ist mir noch was Peinliches passiert! Ich habe vielen Leuten gesagt, wie würden morgen von Passau nach Wien mit dem Schiff fahren. Ich habe mir über die Geografie keine Gedanken gemacht und hatte gar keine Ahnung wie die Donau fließt. Jetzt wurde mir klar, dass wir bist Budapest fahren und dass das in Ungarn liegt. Zuvor kommen wir in Bratislava vorbei in Slowenien. Da zeigt es sich wieder, dass ich von der Welt keine Ahnung habe. Es ist eigentlich eigenartig, dass ich da so gut wie keine Wissen habe. Ich kann mir einfach nicht merken, wo die ganzen Städte und Länder liegen. Peinlich, peinlich, peinlich. Wie sagte Christine immer: "Und so was hat Abitur".

Jetzt ist es also morgen so weit. Der große Event steht an. Wie immer habe ich auf Vorfreude verzichtet und die Sache einfach auf mich zukommen lassen. Muss heute unbedingt noch lesen, was da auf mich zukommt. Karin hat akribisch alle Infos ausgedruckt und in einem Ordner abgeheftet. Auch sinst hat sie sich im Wesentlichen um das Ganze gekümmert. Auch ausgesucht und gebucht. Ich freue mich für Karin, dass sie mal was Besonderes erleben darf. Ich selbst bin da eher leidenschaftslos. Kann es sein, dass meine Krankheit bzw. die Medikamente dazu führen, dass ich so eine eingeschränkte Erlebnisfähigkeit habe? Ganz selten freue ich mich mal richtig auf etwas oder über etwas. Aber ich habe gelernt mit diesen kleine Gefühlsausschlägen zu leben.

Bin mir unsicher, was ich alles mitnehmen soll. Tablet, Kamera und Smartphone sind gesetzt. Aber das Ultrabook? Eigentlich blöd in einen Urlaub die ganze mobile digitale Ausstattung mitzunehmen. Das sollte doch eine Zeit sein, in der man ausspannt und alles Alltägliche hinter sich lässt. Aber für mich ist der Umgang mit Smartphone und Co. eine Krücke, meiner Langeweile zu entgehen. Traurig, aber wahr.

Sonst gibt es eigentlich nichts mehr zu berichten. Schon weder gehen mir die Gedanken aus. Sollte ich mal einen fachlichen Beitrag bloggen? Zum Beispiel über Recovery? Ganz gute Idee, oder?


Ostersonntag 2017: Der erste Tag meines neuen Lebens

Ostersonntag, den 16.4.2017

Heute ist der erste Tag meines neuen Lebens
Verbannen will ich die Sucht nach dem Klagen
Beenden will ich das Jammern über den Schmerz

Suchen will ich die Liebe in meinem Herzen
Für mich
Für andere

Ganz fest diesen Gedanken in mir verankern
Dass er mir hilft, wenn das tiefe Dunkel droht

Finden will ich die Liebe in meinem Herzen
Damit mein Leben Licht wird
Damit es den Menschen hell wird

Nie mehr vergessen will ich diesen Vorsatz
Ich bin mir sicher, dass das hilft
Ich glaube fest daran, dass mir das gelingt

Wenn mir Gott beisteht
Wenn Jesus mit mir spricht

Liebe im Herzen suchen - nicht das Leid!

Es ist heute Ostersonntag 14:00 Uhr. Ich habe mich bis jetzt von Stunde zu Stunde gequält. Seit 2 Tagen nicht gewaschen, nicht aus dem Haus gewesen und kaum eine Beschäftigung gefunden. Jetzt sitze ich also hier und schreibe in meinem Blog.
Ich bin gespalten. Einerseits ist es mir peinlich, dass ich in aller Öffentlichkeit solch private Gedanken zum Besten gebe, aber andererseits motiviert es mich, dass ich das Ganze nicht für mich alleine machen, sondern dass der jemand vielleicht sich doch die Mühe macht, meine Schrieben zu verfolgen - was mich ehrlich gesagt verwundern würde. Trotzdem, die Möglichkeit besteht.
Wo waren wir in meinem letzten Eintrag stehen geblieben? Ah ja, beim Selbstmitgefühl.
Das ist ein für mich neuer Begriff, dem ich bei meiner jüngsten Beschäftigung mit Recovery begegnet bin. Ferdinand hat mich auf die Website von Andreas Knuf aufmerksam gemacht, wo dazu eine kurzer Text steht. Ich war ganz begeistert, von diesem Ansatz. Nämlich nicht dass das Selbstwertgefühl das Ziel aller therapeutischer Bemühungen sein sollte, sondern der mitfühlende und achtsame Umgang mit sich selbst. Wenn jemand lernt, sich anzunehmen wie er ist und seine Schwächen sich selbst verzeihend akzeptieren kann, dann hat er eine Stärke, die ihm selbst inne wohnt. Das Selbstwertgefühl hat mit Wertigkeit zu tun, wie der Name schon sagt. Und Wertigkeit ist eine unsichere Sache, weil ich diesen Wert am Außen festmachen muss. Wenn ich einen Wert haben will, muss ich Leistung bringen, um mir diesen Wert zu erarbeiten. Bin ich schwach und krank, habe ich kaum eine Chance einen hohen Wert zu erlangen. Ich laufe Gefahr ständig unerfüllbaren Zielen hinterher zu eifern.
Anders ist es, wenn ich versuche meine psychischen Einschränkungen anzunehmen und trotz dieser liebevoll und freundlich zu mir zu sein. Mich nicht in das Hamsterrad der Suche nach Erfolg und Bedeutung - also Wert - zu begeben, sondern mich mit meinen psychischen Schmerzen anfreunde.
Bisher habe ich mich geweigert, meine Probleme als Folge meiner psychischen Behinderung anzuerkennen. Ich habe mit aller Gewalt versucht den Begriff krank für mich abzulehnen und den Problemen als scheinbar Gesunder zu begegnen. Ich weiß nicht, ob mir das gut getan hat. Sicher habe ich so manches erreicht, auf  das ich heute auch stolz bin, aber habe ich mich als Mensch weiter entwickelt? Ich bin immer noch abhängig von Erfolg, Anerkennung und Leistung. Wenn ich nicht funktioniere bin ich unglücklich. Wenn ich keine Aufgabe habe, werde ich lustlos und gelangweilt. So kann es nicht weitergehen.
Ich möchte zu einer inneren Zufriedenheit gelangen, die stärker ist. Die in meiner Person begründet ist. Oder bin ich hier auf dem Holzweg und es ist immer so, dass ein Mensch nur zufrieden sein kann, wenn er möglichst viele Aktivitäten verfolgt? Es ist ja nicht so, dass ich nichts mehr tun will. Aber ich will nicht mehr so abhängig von diesem Tun sein. Oder bin ich unausweichlich meinen Zerissenheiten ausgeliefert, weil sie eben zu meiner Person gehören?
Ein weitere Punkt ist es, dass ich dadurch, dass ich meine seelischen Schmerzen wortreich ausdrücke und immer wieder diese zum Thema mache, diese auch an mich binde. Ich sollte die Leiden annehmen, aber auch wieder gehen lassen. Nicht wie in den 90er Jahre eine Experte im Ausdrücken von Schmerz zu werden und mir nachdrücklich auch ein entsprechendes Vokabular anzueignen, sondern versuchen positiv zu bleiben. Um gute Laune zu ringen. Das Schöne, das Positive sehen und nicht den Blick auf meinem Leiden lassen. Versuchen Freude zu finden, auch in der dunkelsten Dunkelheit. Das ist die Kunst. Nicht zum klagenden Poeten und Experten Seelenschmerz zu werden, wie ich es bisher gemacht habe. Mit diesem Trick habe ich Menschen gesucht, die sich von meinen scheinbaren Qualen beeindrucken lassen und Interesse an solchen Zuständen haben - meist auch, weil sie sie selbst kennen.
Wird mir die Umkehr gelingen? Das Glas halb voll zu sehen und nicht weiter halb leer? Mich dem Licht zuzuwenden und nicht im schmerzvollen Klagen zu verharren. Ja, manches auch mit mir selbst auszumachen und nicht jedes psychisches Problem mit anderen besprechen zu müssen. Ist es wirklich so hilfreich immer auf ein offenes Ohr zu hoffen? Werden die Probleme dadurch weniger?
Sicher ich will weiterhin über meine Gefühle reden, weil es wichtig ist, sich über Gefühle auszutauschen, weil sie ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins sind und das Zusammenleben nur möglich ist, wenn Wissen darüber vorhanden ist, wie es dem Anderen geht. Nur so ist gegenseitiges Verständnis möglich. Aber man kann dies von einer negativen oder positiven Weltsicht aus tun und das ist das Entscheidende. Ich möchte gute Stimmung bringen und Mut machen und nicht die Traurigkeit der Welt mit meinen Klagen noch fördern. Mein Zweck der Existenz ist es, ein liebender Mensch zu werden und zu bleiben. Das geht aber nur, wenn man auch Liebe in die Welt bringt. Und was ist freudiger als jemand wirklich zu lieben. Lieben ist Freude. Und wer es schafft sich selbst und andere zu lieben, der spendet Trost und Hoffnung.
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Ein kurzer Satz der alles auf den Punkt bringt. "Glaube, Hoffnung Liebe, aber die Liebe ist das Größte unter ihnen". Noch ein kurzer Satz, der die Prioritäten klärt.
Wenn ich es schaffe mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich Liebe im Herzen trage - für mich und für andere - dann gelingt mir die Umkehr. Dieser Text ist ein Schritt in diese Richtung.

Wäre Schreiben eine Lösung?

Ich habe jetzt genug von meinem Seelenschmerz und meinen Klagen. Ich will mich anstrengen, dass ich wieder Zuversicht gewinnen und optimistischer werde. Ich möchte den Kampf gegen die Depressionen aufnehmen und bis Februar 2018 den Teilnehmern des EX-IN-Kurses Mut machen können. Sicherlich kann ich nicht mit dem Willen plötzlich wieder froh werden, aber ich kann der Freudlosigkeit den Kampf ansagen und intensiv Wege suchen, damit es wieder aufwärts geht. Mein Recoveryweg soll nach oben zeigen und nicht nach unten verlaufen, wie es die letzten Monate der Fall war.
Der erste Schritt hin zu psychischer Ausgeglichenheit ist es, trotz dem Willen nach Besserung die schlechten Gefühle anzuerkennen. Vielleicht sogar eine Stück weit akzeptieren, dass ich tatsächlich psychisch krank bin. Bisher habe ich mich immer geweigert mit meinen psychischen Erkrankung mir selbst gegenüber zu argumentieren. Das Ergebnis war eine enormer Leistungswille und daraus folgend auch gewisse Erfolge, die ich errungen habe. Doch welchen Preis habe ich dafür gezahlt?
Ich bin abhängig von meiner Arbeit geworden. Es ist sicherlich nicht schlecht etwas zu tun, aber die Persönlichkeit sollte von innen heraus stabil sein und nicht in diesem Maße von Äußerlichkeiten abhängig sein. Ich brauche ständig eine berufliche Aufgabe, der ich nachgehen kann und wenn ich keine habe, dass versuche ich mit aller Gewalt mir selbst eine auszudenken. Ich sollte unbedingt wieder zu häuslichen Beschäftigungen kommen, die nichts mit Psychiatrie und Arbeit zu tun haben.
Wenn ich mich zurück erinnere, was mich in meinen schwersten Zeiten Mitte der 90er Jahre gestärkt hat, dann war das das Schreiben. Sei es in Restaurants mit meinem Oktavheftchen gedichtartige Texte zu verfassen oder zuhause am PC jeden Tag mindestens eine halbe Stunden irgendetwas zu schreiben, auch wenn ich nichts hatte, was ich gerade unbedingt los werden musste. Das tägliche Schreiben gab mir eine Identifikation, wie es heute vielleicht meine Arbeit ist. Obwohl ich von der Qualität her nichts besonderes schrieb und die Ergebnisse teilweise nur auf meiner Festplatte versteckt noch existieren, war der Prozess des Schreibens heilsam. Ich sah mich als eine Art Schriftsteller und das half mit ungemein.
Ist es nicht möglich hier wieder anzuknüpfen? Ich habe immer wieder mit der Idee gespielt eine Buch zu schreiben, aber dazu fehlt mir die Fantasie und das Durchhaltevermögen. Auch fachlich ist meine bisher längster Text 9 Seiten. Mehr bekomme ich nicht zusammen. Also bleibt mir nur weiter in kurzen Texte schriftlich zu reflektieren. Und vielleicht gelingt es mir auch mit meinen Themen von meiner Person wegzukommen und über allgemeinere Sachverhalte zu schreiben. Ich vermute aber, dass das Interesse an meinem eigenen Ego das ist, was mich am meisten beschäftigt. Mal sehen, welche Entwicklung das Ganze nimmt und ob mein Vorhaben wie so oft ein Strohfeuer ist. Auf jeden Fall habe ich mich jetzt im Moment gerettet und das ist ja schon was, oder?

Bin ich zu offen ...?

Habe gestern seit langem mal wieder einen Eintrag in meinem Tagebuch gemacht. Ich bin mir inzwischen unsicher, ob es gut ist, dass ich hier so freizügig über meine privaten Gedanken und Probleme schreibe. Wenn ich im Februar 2018 den EX-IN-Kurs leite, dann erwarten die TeilnehmerInnen wohl einen gefestigten Trainer und nicht jemand der immer wieder zweifelt und belastet ist. Ich möchte den TeilnehmerInnen ja Mut machen und Optimismus weitergeben. Und wie soll das gehen, wenn ich selbst so unsicher und oft auch negativ eingestellt bin. Wenn ich die letzten Einträge lese, so kommt mir das gerade wie eine einzige Klage vor. Ich möchte Recovery lehren und bin doch teilweise selbst noch so weit davon entfernt. Also, was soll ich tun? Kann ich bis Anfang 2018 wieder Zuversicht und innere Stärke gewinnen. Wie führt der Weg dorthin? Ich als EX-IN-Trainer sollte es ja wissen. Darüber aber mehr im nächsten Post.

Sonntag, 2. April 2017

Zeitvertreib?

Sonntagnachmittag
Keine besondere Freude
Aber auch kein Leiden
Nichtstun
Bisschen Whatsapp
Bisschen Musik hören
Bisschen PC

Zeit vergeudet?

Kein Highlight
Kein Kick
Aber auch kein Leiden

Versuch eines Gedichts
Doch ohne Schmerz kein Thema
Zeitvertreiblyrik

Welch Luxus!

Aus der lustlosen Rumhängerei
Eine Qualität machen

Die Frage ist was am Ende bleibt

Irgendwann werde ich innehalten
Und Fazit ziehen
Bereuen oder bejahen?
Zeitvertreibleben?

Doch dann könnte es zu spät sein

Samstag, 1. April 2017

Seelenschmerzen

Ich klebe fest
An schlechten Gewohnheiten
An schweren Stimmungen
Freudlosigkeit

Keine Kraft für neue Wege
Keine Neugierde mehr auf das Leben
Alles eine Last
Antriebslosigkeit

Gefangen in einer Sackgasse
Aus selbstgewählten Pflichten und Strukturen
Aus Gleichgültigkeit
Aus Sinnverlust
Kraftlosigkeit

Das Leiden bejammern
Andere belasten
Selbstmitleid pflegen
Gelähmt verharren
Verantwortungslos
Hilflos

Freudlose Zeiten

Würde gerne gerade jemand mein Leid klagen. Ist vielleicht besser so, dass gerade niemand da ist.
Mir geht's es schon seit Wochen nicht mehr gut. Mir ist immer so schwer und da ist kaum noch Freude in meinem Leben. Richtig ausgelassen fröhlich war ich schon lange nicht mehr. Ich habe oft zu nichts Lust und wenn ich über mich nachdenke, bin ich sehr unzufrieden mit mir. Ich überlasse im Haushalt viel zu viel für Karin. Pflege mich nicht mehr richtig und liege viel im Bett. Ich treibe so durch mein Leben ohne meine vielen Möglichkeiten nutzen zu können. Und dann bemühe ich immer wieder den Recoverygedanken und bin doch selbst so hilflos meinen Stimmungen und schlechten Gewohnheiten gegenüber. Vielleicht sollte ich hier mehr schreiben, um so Klarheit zu bekommen. Schreiben strukturiert, ordnet und entlastet. Wie soll ich anderen Menschen eine Stütze sein, wenn ich selbst so freudlos und so instabil bin.
Heute sind Karin und ich auf einen Geburtstag des Mannes von Karins Freundin eingeladen. Mir graut wieder vor den vielen fremden Menschen und meiner Sprachlosigkeit. Aber Karin legt großen Wert darauf, dass ich mitgehe, also tue ich mir das eben an - Karin zuliebe. Aber ich weiß jetzt schon, welch unangenehme Stunden da auf mich zukommen.
Shit, mir geht's schlecht.