Sonntag, 16. Juli 2017

Gelungenes Leben

Es beschäftigt mich immer wieder: Was ist ein gelungenes Leben? Ist es wirklich so, dass letztendlich jeder und jede für sich entscheidet, wann sein oder ihr Leben gelungen ist, oder gibt es verallgemeinerbare Antworten?

Letztendlich hängt das wohl von der Kultur und von den Werten in einer Gesellschaft ab. Wenn Menschen Interesse haben, andere auszubeuten, dann ist für diese ein gelungenes Leben, wenn ihnen dies gelingt. Sowie man ein Leben bewertet setzt man Werte dafür ein. Oder ist jede und jeder davon überzeugt, dass sie oder er zu den Guten gehört? Das kann ich mir angesichts der Unmenschlichkeiten, die geschehen kaum vorstellen.

Sind Werte immer relativ? Sind zum Beispiel die Menschenrechte universell? Leicht haben es die Gläubigen. Sie beziehen ihre Werte aus ihrem Glauben.

Ist es euch wichtig, dass die Gesellschaft nach euren Werten funktioniert oder ist das für euch etwas ganz Individuelles? Wenn ersteres für euch gilt, ist immer ein gewisses Maß an Unsicherheit damit verbunden, wie eure Werte letztendlich wirken. Aber diesem Dilemma kann sich wohl kein Mensch entziehen. Höchstens man hat zu gar nichts eine Meinung.

Ich orientiere mich an den christlichen Werten und vertraue auf Gott. Ansonsten hoffe ich, dass andere Menschen aufgrund meines Lebensstils und meinen Äußerungen meine Werte als attraktiv ansehen. Mit allen Zweifeln, die damit verbunden sind.

Meiner Meinung nach geht kein Weg an der Liebe vorbei - Liebe für sich selbst und Liebe für die Menschen. Alles andere führt zu Schaden und zu Unglück.

1. Meine Großeltern hatten folgenden Spruch an der Wand: Was nütze es dem Menschen, so er die ganze Welt gewänne. Wenn Sünder Welten hätten, was nützten sie im Fluch.

2. Jesus sagt: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.

3. Der Volksmund sagt: Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.

Ich gehe davon aus, dass es keinen Menschen gibt, der nicht bewertet. Unser Gehirn ist so programmiert. Entscheidend ist, dass wir diesen Bewertungsvorgängen gegenüber aufmerksam sind, diese immer wieder hinterfragen und eventuell ändern. Anderen ihre Freiheit zu lassen, solange sie niemandem schaden und sie nicht zu verurteilen, das wäre optimal.

Also bewerten wir automatisch die Leben der Anderen. Es ist jedoch sehr individuell, wie stark dies beim Einzelnen ausgeprägt ist. Es gibt Menschen, die sehr enge Bewertungskriterien anlegen und die gesellschaftlichen Normen und Gesetze stark verinnerlicht haben und Menschen, die viele Lebensentwürfe als gelungen ansehen können.

Übergreifende Werte, die von vorne herein für alle Menschen Gültigkeit haben, gibt es meines Erachtens nicht. Auch die Menschenrechte müsen erkämpft werden und sind nicht aus der Natur des Menschen, sondern aus der Vernunft geboren.

Die Bewertung eines Lebens ist ein Wechselspiel zwischen dem Selbst und der Gesellschaft. Und da gibt es aus Sicht des Selbst und aus Sicht der Gesellschaft gelungene und weniger gelungene Leben. Inwiefern man für nicht gelungene Leben Verständnis hat, ist eine andere Frage.

Für die Gläubigen allerdings, wird das Leben auf göttlichen Skalen gemessen - was bei falsch verstandenem Glauben zu viel Leid führen kann.






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